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Nach Häftlings-Befreiung in Essen: Neue Details und Besuch von Justizminister
© Foto: José Narciandi
NRW-Landtag
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Nach Häftlings-Befreiung in Essen: Neue Details und Besuch von Justizminister

Dass ein Gefangener aus Essen fliehen konnte, war am Freitag (16. Oktober) Thema im Landtag. Dabei gab es neue Details. Außerdem kommt der Justizminister zu Besuch.

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Was sagt der NRW-Justizminister zur Häftlings-Befreiung in Essen?

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"Der Rechtsstaat weicht keinen Millimeter zurück" - Das ist die Aussage von NRW-Justizminister Limbach im Rechtsausschuss des Landtags. Großes Thema dort: Dass ein Gefangener in Essen am Mittwoch (14. Oktober) flüchten konnte. Er war auf dem Weg zu einer radiologischen Praxis in der Innenstadt. Begleitet wurde er dabei von zwei Justizbeamten, die wurden aber von bewaffneten und maskierten Männern angegriffen.

Limbach bedankte sich bei den Justizbeamten für ihren Einsatz und ist froh, dass sie körperlich nicht verletzt wurden. Er wird die beiden noch am Freitag (16. Oktober) persönlich in der JVA Essen besuchen. Sie sollen jede Unterstützung bekommen, die sie brauchen. In Richtung der Täter machte Limbach klar: Niemand steht über dem Gesetz und der Vorfall hat Konsequenzen. Die Einordnung dazu, ob es sich um Clan-Kriminalität handelt, will Limbach den Ermittlern in dem Fall überlassen.

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Welche neuen Details gibt es nach der Flucht in Essen?

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Bei der Sondersitzung im Landtag haben die Politikerinnen und Politiker auch Fragen zu dem Vorfall gestellt und Vertreter des NRW-Justizministeriums haben sie beantwortet. Dabei sind neue Details ans Licht gekommen. So haben die Täter etwa möglicherweise einen eigenen Schlüssel für die Fußfesseln des Gefangenen mitgebracht. Denn: Die Justizvollzugsbeamten hätten ihre Schlüssel für Hand- und Fußfesseln die ganze Zeit über bei sich getragen. "Es müssen eigene Schlüssel mitgebracht worden sein", sagte ein Ministeriumsvertreter. Auch die Waffen der Justizbeamten waren nochmal Thema. Bei dem Überfall sei keine Waffe abhanden gekommen. Die eine Waffe sei bei der Polizei und die andere im Holster gewesen.

Das Justizministerium sagt auch, dass der Gefangene erst am Dienstagabend von dem Arzttermin am Mittwochmittag erfahren hat. In der radiologischen Praxis sollte ein MRT gemacht werden. Wie die zwei unbekannten Männer von dem Termin erfahren haben, ist Teil der Ermittlungen.

Wie Arztbesuche für Gefangene in der Regel ablaufen und welche Sicherheitsvorkehrungen dabei getroffen werden, lest Ihr hier.

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Welche Vorgeschichte hat Dijvar Gündüz?

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Auch zu dem Gefangenen selbst gibt es mittlerweile weitere Infos. Er ist laut NRW-Justizministerium schon als Jugendlicher mehrfach straffällig geworden. Er sei zweimal wegen teils schweren bandenmäßigen Diebstahls zu Jugendstrafen verurteilt worden. Das sagte eine Vertreterin des Justizministeriums im Landtag. Beide Strafen seien zur Bewährung ausgesetzt und später erlassen worden. Im Bundeszentralregister gibt es vom Stand 24. März 2025 insgesamt acht Einträge über Dijvar Gündüz. Er sei unter anderem wegen Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Verstößen gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz zu Geldstrafen und Jugendarresten verurteilt worden.

Später hat ihn das Landgericht Essen wegen bewaffneten Drogenhandels in nicht geringer Menge zu sechs Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Zusätzlich sollte er in eine Entziehungsanstalt kommen. Dort war er auch bis zum 10. November 2020.

Zuletzt sollte er wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz für zwölf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig. Gleiches gilt für eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung. Deswegen war Dijvar Gündüz in Untersuchungshaft.

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