
Müllgebühren in Essen - Entsorgung wird immer teurer
Ein Ranking vergleicht die Müllgebühren in Essen und 99 weiteren Städten. Die Kosten steigen in ganz Deutschland zurzeit deutlich an. Wie Essen im Vergleich zu den anderen Städten abschneidet, lest Ihr hier.
Veröffentlicht: Samstag, 20.06.2026 06:53
Essen zählt bundesweit zu den Städten mit den niedrigsten Müllgebühren
In Essen und anderen deutschen Großstädten müssen Menschen für die Müllentsorgung unterschiedlich viel Geld zahlen. Das zeigt das aktuelle Müllgebührenranking 2026. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat dafür im Auftrag von Haus & Grund Deutschland die 100 größten Städte Deutschalnds untersucht. Die günstigste Stadt im Ranking ist Flensburg mit 162,60 Euro im Jahr für eine vierköpfige Musterfamilie. Es folgen Nürnberg und Frankfurt am Main auf den weiteren Plätzen, Essen belegt Platz sechs. Am teuersten ist Bergisch Gladbach, wo für denselben Haushalt fast dreimal so hohe Gebühren fällig werden.
Müllentsorgung in Essen wird immer teurer
Die Müllgebühren sind hier bei uns in Essen und in den weiteren untersuchten Städten in den letzten vier Jahren im Durchschnitt um rund 13 Prozent gestiegen. Damit liegt der Durchschnittspreis nun bei 351 Euro pro Jahr. In 87 von 100 Städten haben sich die Preise für die Bürger erhöht. In 20 Städten zahlt ein Musterhaushalt heute sogar mindestens 50 Euro mehr pro Jahr als früher. Nur in elf Städten fielen die realen Jahresgebühren im Vergleich zu vor vier Jahren geringer aus.
„Müllgebühren sind Wohnkosten. Wenn kommunale Abgaben steigen, trifft das Eigentümer ebenso wie Mieter. Die Kommunen müssen erklären, warum die Gebühren vor Ort so hoch sind – und wo sie besser, effizienter und bürgerfreundlicher werden können.“ - Kai Warnecke, Haus & Grund-Präsident
Die Gebührensysteme in Essen und anderen Kommunen sind laut den Experten aktuell oft nur schwer vergleichbar. Unterschiedliche Abfuhrrhythmen und Servicegrade machen es für die Menschen kompliziert, die Angemessenheit der Preise zu prüfen. Haus & Grund fordert deshalb verständlichere Gebührenordnungen und digitale Gebührenrechner für alle Städte.
Wie funktioniert das Ranking vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln?
In allen untersuchten Städten wurde für das Ranking ein Musterhaushalt mit vier Personen als Grundlage genutzt. Diese Familie besteht aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Berücksichtigt wurden dabei die Kosten für Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier. Da sich die kommunalen Systeme stark unterscheiden, wurden die Ergebnisse in einem speziellen Index zusammengeführt. Ziel des Rankings ist es, Missstände bei den Gebühren aufzudecken und Veränderungen einzufordern.