
Warum wurde die Brücke am Stadthafen in Essen gesperrt?
Kurz hinter der Stadtgrenze Essen hat die Bahn eine Eisenbahnbrücke nahe dem Autobahnkreuz Bottrop-Süd kurzfristig gesperrt. Die Industrie- und Handelskammer für Essen, Mülheim und Oberhausen hat deshalb einen Forderungskatalog an die DB InfraGO AG geschickt. Die Bahn hat bei der letzten Prüfung Mitte Juli Schäden an wichtigen Bauteilen festgestellt und die Brücke deshalb gesperrt. Für die Unternehmen am Stadthafen bedeutet das jetzt, dass sie ihre Waren und Güter nicht mehr aus dem Stadthafen mit dem Zug abtransportieren können. Die Brücke führt über die Emscher und die Bahnstrecke verbindet den Stadthafen Essen mit dem Bahnhof in Oberhausen-Osterfeld. Von dort können die Güter dann weiter transportiert werden. Für die Unternehmen eine sehr wichtige Verbindung, sagt eine Sprecherin der IHK auf Radio Essen-Nachfrage.
Was fordert die IHK für die Unternehmen in Essen?
Die IHK Essen fordert von der DB InfraGO AG in einem Brief, dass die Reparaturen bei der Bahn so schnell wie möglich geplant und erledigt werden sollten. Die Brücke soll im November wieder in Betrieb genommen werden. Dazu fordert die IHK ebenfalls eine verbindliche Aussage der Bahn. Außerdem sollen die Unternehmen am Stadthafen regelmäßig über den Fortschritt der Arbeiten informiert werden. Die Unternehmen transportieren über die Strecke vor allem Stahl, Mineralöl und Chemieprodukte. Die Sperrung der Bahnstrecke bedeutet für die Unternehmen eine viel größeren logistischen Aufwand für den Transport der Güter und höhere Kosten. Außerdem besteht für die Unternehmen das Risiko, dass sie ihre Liefertermine nicht einhalten können, erklärt die IHK weiter.
Wie geht es in Essen am Stadthafen weiter?
Die Bahn will die Brücke bis zum 15. November reparieren. Die Brücke ist bei der Bahn im sogenannten "Haveriemodus" eingestuft, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Radio Essen-Nachfrage. Das bedeutet, Planung und Statik haben höchste Priorität. Die Arbeiten sollen so schnell wie möglich ausgeschrieben und vergeben werden. An der Brücke müssen einige Teile verstärkt werden. Die verrosteten Nieten werden gegen hochfeste Schrauben ausgetauscht. Bestimmte Teile, die für die Stabilität der Brücke sorgen, werden ebenfalls ausgetauscht und die Brücke bekommt einen neuen Schutzanstrich.
Für die Anwohnerinnen und Anwohner im Norden rund um den Stadthafen bedeutet das noch mehr Verkehr und noch mehr verstopfte Straßen. Seit über zwei Jahren fahren schon alle LKW durch Vogelheim und am Stadthafen vorbei, die nicht über die gesperrte Brücke auf der A42 über den Rhein-Herne-Kanal fahren können.