Anzeige
Mehr Hornissennester in Essen - Imker warnen schon jetzt
© Thomas Beissel velutina.de
Teilen:

Mehr Hornissennester in Essen - Imker warnen schon jetzt

In Essen wird es in diesem Jahr wahrscheinlich deutlich mehr Hornissennester geben als im letzten Jahr. Die asiatische Hornisse hat sich immer weiter ausgebreitet. Es fehlen die natürlichen Feinde.

Veröffentlicht: Mittwoch, 20.05.2026 12:05

Anzeige

Warum wird es in Essen in diesem Jahr mehr Hornissennester geben?

Anzeige

In Essen und ganz Deutschland hat sich die asiatische Hornisse (Vespa velutina) in den letzten Jahren immer weiter ausgebreitet. Die Hornisse ist hier nicht heimisch und hat keine natürlichen Fressfeinde. Uwe Hartmann vom Essener Kreisimkerverband erklärt im Gespräch mit Radio Essen, dass die Imker im letzten Jahr rund 30 Nester der Vespa velutina gesehen haben. Sie schätzen aber, dass es in diesem Jahr schon bis zu 300 Nester werden können. Für Bienen ist die Hornisse gefährlich. Die Hornissen jagen und töten Bienen und füttern damit ihren Nachwuchs. Außerdem klauen sie Honig. Wenn über längere Zeit Hornissen vor einem Bienenstock rumschwirren, machen die Bienen den Eingang zu und gehen nicht mehr auf Nahrungssuche. Das bedeutet, die Bienen können sterben und Imker verlieren ganze Bienenvölker.

Anzeige

Was könnt Ihr in Essen tun, wenn Ihr ein Hornissennest seht?

Anzeige

Wer in Essen ein Nest der asiatischen Hornisse zum Beispiel an seiner Gartenlaube sieht oder an Sträuchern, der kann direkt den Schädlingsbekämpfer rufen oder die Imker vom Kreisimkerverband. Die Imker rufen schon jetzt dazu auf, Nester zu melden. Noch sind das die Primärnester, die sind nah am Boden und relativ klein. Später im Jahr werden die Hornissenvölker größer und bauen ein zweites Nest, meist hoch oben in einem Baum. Da kommen dann die Experten nur schwer ran und die Hornissen lassen sich schwieriger bekämpfen.

Die Imker selbst können Netze vor ihren Bienenstöcken aufspannen und so die Hornissen fern halten. Aber die Hornissen jagen auch andere Insekten, die wichtig für das Bestäuben der Blüten in der Landwirtschaft sind. Sie bedrohen also nicht nur Bienen sondern auch die Nahrungsgrundlage des Menschen.

Anzeige

Wie bekämpfen die Experten in Essen die Hornissen?

Anzeige

Schädlingsbekämpfer Volker Skor aus Essen hat für sein Team extra zwei neue Schutzanzüge bestellt. Darin sehen die Mitarbeiter zwar aus wie Astronauten. Er will aber sicher sein, dass die Hornissen niemanden verletzen. Die asiatische Hornisse hat einen stärkeren Stachel als heimische Wespen und pumpt auch mehr Gift in den Körper ihres Feindes, wenn sie angreift. Die Schädlingsbekämpfer nutzen bei ihrem Einsatz ein Insektengift, das zeitverzögert wirkt. Sie hoffen, dass die Hornissen so in das zweite Nest fliegen. Das Entfernen eines Hornissennestes kostet rund 300 Euro.

Die Imker vom Kreisimkerverband haben in diesem Jahr einige Kollegen extra ausgebildet und neue Ausrüstung angeschafft. Sie haben ein großes, 30 Meter langes Saugrohr. Damit können sie das Nest aussaugen und anschließend die Hornissen töten. Auch sie nutzen bei der Arbeit extra Schutzanzüge. Die Imker entfernen die Nester kostenlos, bitten aber um eine Spende. Denn: Die neue Ausrüstung war sehr teuer, sagt der Vorsitzende des Kreisimkerverbandes.

Anzeige

Warum kümmert sich die Stadt Essen nicht um die Hornissennester?

Anzeige

Die Stadt Essen hat sich bis zum letzten Jahr um Hornissennester gekümmert. Essenerinnen und Essener konnten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der unteren Naturschutzbehörde die Nester melden. Die haben dann geprüft, ob die Nester in der Nähe von Landschaftsschutzgebieten sind und andere Arten gefährden. Das war aber nicht der Fall. Die Europäische Kommission hat jetzt den Status der Vespa velutina geändert und damit muss die Stadt sich nicht mehr damit befassen und die Nester nicht mehr bekämpfen. Die Mitarbeitenden in der unteren Naturschutzbehörde wollen aber weiterhin prüfen, ob hochwertige Bereiche von Natur und Landschaft oder empfindliche Ökosysteme gefährdet werden und dort gegebenenfalls auch Bekämpfungsmaßnahmen durchführen.

Anzeige

Mehr Nachrichten aus Essen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige