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Knappes Kerosin in Essen trifft kranke Kinder
© Anna Bartl, Radio Essen
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Knappes Kerosin in Essen trifft kranke Kinder

In Essen und in ganz Deutschland fliegt der Verein "Flying Hope" kranke Kinder zu Ärzten, Therapien oder in Kliniken. Der Verein macht sich große Sorgen wegen der Kerosinkrise durch den Irankrieg.

Veröffentlicht: Dienstag, 19.05.2026 11:09

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Warum trifft in Essen die Kerosinkrise kranke Kinder?

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Ob in der Uniklinik in Essen, Rostock oder Hamburg - dort werden regelmäßig Kinder mit Krankheiten behandelt, die selten sind. Die Spezialisten arbeiten in den jeweiligen Kliniken und Eltern möchten natürlich die beste Behandlung für ihr Kind. Ein lange Fahrt im Auto oder mit dem Zug ist für die Kinder aber viel zu anstrengend. Deshalb gibt es den gemeinnützigen Verein "Flying Hope". Die Mitglieder sind Piloten, besitzen eigene Flugzeuge und fliegen damit die Kinder von zuhause zu den Ärzte und speziellen Therapien. Seit dem Krieg im Iran werden aber Kerosin und Sprit immer teurer und möglicherweise auch knapp. Dann könnte es passieren, dass die Vereinsmitglieder die Kinder nicht mehr zu ihren Behandlungen fliegen können. "Undenkbar und eine Katastrophe", sagt Dr. Michael Offermann der Vorstandsvorsitzende von "Flying Hope" im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl. Die beiden haben sich direkt am Flughafen Essen/Mülheim getroffen.

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Bartl Anna
Radio Essen-Interview mit Michael Offermann
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Wie können alle aus Essen den Kindern helfen?

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Der Verein "Flying Hope" ist auf Spenden angewiesen. Wenn eine Maschine am Flughafen Essen/Mülheim abhebt zu einem Flug mit einem kranken Kind, dann braucht die Maschine Kerosin oder Sprit. Die Piloten arbeiten alle ehrenamtlich für den Verein. Sie fliegen mit ihren eigenen Flugzeugen, nur den Treibstoff bezahlt der Verein mit den Spendengeldern. Die Preise für Kerosin und Sprit hätten sich seit dem Krieg im Iran verdoppelt, sagt Michael Offermann von "Flying Hope". Noch gibt es Spendengelder, die genutzt werden können. Wie lange des Geld reicht, ist aber nicht klar. Ziel des Vereins ist es außerdem noch mehr kranken Kindern und ihren Familien zu helfen, also noch mehr Flüge möglich zu machen. Krankenkassen zahlen solche Transporte nicht. Die Eltern müssen sich selbst darum kümmern. "Flying Hope" bietet deshalb den Transport kostenlos an. Eltern können über die Homepage des Vereins um Hilfe bitten. Einige Kinder müssen auch regelmäßig in die Klinik für eine spezielle Behandlung. Auch hier helfen die Piloten von "Flying Hope".

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Wie reagieren die Kinder, wenn sie im Flugzeug sitzen?

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Die Kinder, die der Pilot und ausgebildete Arzt Michael Offermann am Flughafen Essen/Mülheim mitnimmt, sind manchmal noch so klein, dass sie gar nicht mitbekommen, was passiert. Andere dagegen sind schon alt genug und haben auf dem Flug richtig viel Spaß und sind glücklich, erzählt der Pilot. Ein Junge, der nur schwer atmen kann, war so begeistert vom Fliegen, dass er vergessen hat weiter zu atmen und dann beatmet werden musste. Aber auch das hat schnell geklappt. Andere Kinder haben die Piloten aber auch schon ein spezielle Hospize geflogen, weil sie nicht zuhause sterben wollten, erzählt er weiter. Diese Erfahrung ist schwierig. Aber was zählt ist, dass die Kinder so noch eine wichtige Hilfe bekommen haben.

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Wer sind die Piloten in Essen beim Verein "Flying Hope"?

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Die Piloten, die unter anderem ab dem Flughafen Essen/Mülheim für den Verein fliegen, sind alle erfahrene Piloten. Sie müssen außerdem auch bei schlechtem Wetter mit Blick auf die Instrumente fliegen können. Außerdem absolvieren sie zunächst einen gemeinsamen Flug mit den Mitgliedern des Vereins. Erst, wenn sie den bestanden haben und das Handbuch gelesen haben, können sie fliegen. Die Piloten stellen außerdem ihre eigenen Maschinen zur Verfügung für die Flüge. Das sind Flugzeuge mit vier bis acht Sitzen. Immer mit dabei bei den Flügen die notwendigen Hilfsmittel für die Kinder wie Beatmungsgeräte und Medikamente. Der Verein entscheidet, ob zum Beispiel noch eine Krankenschwester mitfliegt.

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