
Rat in Essen beschließt 11,32 Millionen Euro
11,32 Millionen Euro sollen in Essen in die Ganztagsbetreuung an Schulen fließen. Das hat der Rat im Oktober beschlossen, zuvor hatte es der Schulausschuss empfohlen. Der Offenen Ganztag braucht in diesem Jahr voraussichtlich rund 13,23 Millionen Euro mehr. Hinzu kommen 190.000 Euro für das neue Angebot „Ganztag Plus“. Ein Grund für den Mehrbedarf ist, dass das Gehalt der Betreuerinnen und Betreuer gestiegen ist. Außerdem gibt es mehr Personal für neue Gruppen: Im Schuljahr 2025/2026 waren es neue 63 Gruppen, im Schuljahr 2026/2027 sind es 77,5.
Was steckt in Essen hinter dem neuen Angebot "Ganztag Plus"?
In diesem Schuljahr (2026/27) ist auch an gebundenen Ganztagsförderschulen in Essen das neue Angebot "Ganztag Plus" gestartet. Heißt: Auch hier werden Kinder außerhalb des Unterrichts betreut. Grundlage ist ein Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen vom 23. April 2026. Die Stadt ist deshalb gesetzlich verpflichtet, das Angebot bereitzustellen, wenn Familien es nutzen möchten. Zuerst gilt das für die ersten Klassen, in den Folgejahren dann schrittweise für weitere Jahrgangsstufen. Kinder, die 2026/2027 oder später in die erste Klasse kommen, haben vom Schuleintritt bis zum Beginn der fünften Klassenstufe einen Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung. Die Stadt hat deswegen das Angebot gemeinsam mit der Schulaufsicht zügig auf den Weg gebracht. Für das aktuelle Schuljahr rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von 456.000 Euro. Auf das Haushaltsjahr 2026 (August bis Dezember) entfallen 190.000 Euro, auf das Haushaltsjahr 2027 (Januar bis Juli) 266.000 Euro.
Wie groß ist das Interesse in Essen an "Ganztag Plus"?
26 Familien in Essen haben bisher an insgesamt fünf Förderschulen Interesse an „Ganztag Plus“ angemeldet. Das zeigt eine Abfrage an den Schulen, Die Stadt rechnet mit insgesamt sechs Betreuungsgruppen an der Comenius-Schule, der Pestalozzi-Schule, der Traugott-Weise-Schule, der Parkschule und der Schule Am Steeler Tor. Die Jugendhilfe Essen soll die Betreuung übernehmen - sie ist auch schon Trägerin des Offenen Ganztags. Schulaufsicht, Schulen und Schulträger halten eine Betreuung vor Ort im vertrauten Umfeld für notwendig, weil es um eine besonders schutzbedürftige Schülerschaft in den Förderschulen geht. Für jede Gruppe ist eine Heilerziehungspflegerin vorgesehen, dazu kommen zwei Springer-Stellen, insgesamt also acht Stellen mit je 30 Wochenstunden.