
Gegen Antisemitismus in Essen
Die Alice-Shalvi-Straße und die Selma-Meyer-Straße erinnern im Neubaugebiet Thurmfeld ab sofort an zwei jüdische Akademikerinnen und Frauenrechtlerinnen. Die Straßen befinden sich mitten im neuen Universitätsviertel. Sie sollen ein Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung setzen, sagt Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Benennung am Freitag (16. Oktober):
"Wir ehren diese beiden Persönlichkeiten, indem wir ihre Namen im Herzen des universitären Neubaugebietes am Thurmfeld für Studentinnen und Studenten, für Bürgerinnen und Bürger und für alle Besucherinnen und Besucher der Universität und unserer Stadt unmittelbar sichtbar machen."
Die Straßen entstanden im Zuge des Forschungsbaus ACTIVE SITES und dem FutureWaterCampus der Universität Duisburg-Essen.
Wer waren die Frauen aus Essen?
Die beiden Frauen wurden in Essen geboren. Alice Shalvi (1926–2023) zog später nach Israel und setzte sich dort unter anderem für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Von 1950 bis 1990 lehrte sie englische Literatur an der Hebräischen Universität Jerusalem und entwickelte die "Women’s Studies" in Israel mit. 1984 gründete sie das Israel Women’s Network. Für ihr Lebenswerk wurde sie 2007 mit dem Israel-Preis ausgezeichnet.
Selma Meyer(1881–1958) war Kinderärztin. Sie wurde Professorin an der Düsseldorfer Kinderklinik, dann wurde ihr 1933 von den Nationalsozialisten die Lehrerlaubnis entzogen - später auch ihre Staatsbürgerschaft und ihr Vermögen. Sie ging schließlich in die USA und gründete dort eine Kinderarzt-Praxis.