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Luft in Essen etwas besser - das reicht aber nicht
© Radio Essen/Tobi Bitter
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Luft in Essen etwas besser - das reicht aber nicht

Die Luft in Essen ist im letzten Jahr etwas besser geworden. Das zeigt die aktuelle Auswertung des Landesamtes für Umwelt. Aber die Stadt hat noch viel zu tun.

Veröffentlicht: Mittwoch, 11.03.2026 13:05

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Wie gut ist die Luft in Essen?

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Gute Nachrichten für alle in Essen - die Luft ist besser geworden. Die aktuell geltenden EU-Grenzwerte wurden im letzten Jahr an allen Messstellen in der Stadt eingehalten. Das gilt sowohl für die Messwerte von Stickstoffdioxid als auch für die Feinstaubwerte. In den Jahren davor wurde der festgelegte Grenzwert der EU für Stickstoffdioxid an der Messstelle an der Kruppstraße nicht eingehalten. Seit dem letzten Jahr steht an der A40-Abfahrt Essen-Zentrum eine Blitzer-Anlage und es galt dort lange Tempo 60. Das hat dazu geführt, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer langsamer gefahren sind und der Grenzwert nicht überschritten wurde. Allerdings standen und stehen Autofahrerinnen und Autofahrer dort immer wieder im Stau. Das sorgt für Ärger. Zuletzt hat die Stadt das Tempolimit auf 80 Kilometer pro Stunde erhöht. Beide Anlagen in Richtung Dortmund und Duisburg werden mindestens bis zum 31.12.2028 stehen bleiben, erklärt die Stadt. Mit dem Blitzer nimmt die Stadt auch das meiste Geld ein. Das zeigt die Auswertung der Zahlen aus dem letzten Jahr.

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Wie geht es weiter in Essen mit der Luft?

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Die Stadt Essen muss bis zum Jahr 2030 noch einiges tun, damit die Luft besser wird. Ab 2030 gelten neue, deutlich niedrigere Grenzwerte der Europäischen Union. Die Stadt hat zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK) schon einige Modelle berechnen lassen wie sich die Luftqualität entwickeln wird. Danach wird die Luft in Essen nicht so gut, dass die Grenzwerte der EU eingehalten werden können. Vor allem auf Straßen, an denen viele Häuser stehen wie an der Gladbecker Straße, entlang der A40 oder an der Alfredstraße können die neuen Grenzwerte in Zukunft nicht eingehalten werden.

Die Stadt muss also voraussichtlich einen neuen Fahrplan aufstellen, mit welchen Maßnahmen die Luft verbessert wird. In den letzten Jahren sind die Tafeln an der Hindenburgstraße und der Norbertstraße aufgestellt worden, die Autofahrerinnen und Autofahrer zum Abbiegen bewegen sollen. Dazu gehört auch die Einrichtung der Fahrradstraße auf der Rü. Vor mehreren Jahren war die Stadt von der Deutschen Umwelthilfe verklagt worden, weil sie die EU-Grenzwerte nicht einhält. Feinstaub und Stickstoffdioxid sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO und der europäischen Umweltagentur die größten Auslöser für gesundheitliche Probleme.

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Wie wird in Essen über die Luftqualität diskutiert?

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Der Streit in Essen über die Maßnahmen für die Verbesserung der Luftqualität ist gerade wieder neu aufgeflammt. CDU und SPD haben neue Ideen für die Verkehrspolitik vorgestellt. Danach sollen Radwege weniger umfangreich ausgebaut werden als bisher geplant. Essenerinnen und Essener sollen aber trotzdem möglichst aus dem Auto aussteigen und in Bus und Bahn einsteigen. Dazu soll der öffentliche Nahverkehr verbessert werden. Das reicht Kritikern aber bei weitem nicht aus und sie fordern deutlich mehr Anstrengungen für den Radverkehr und für den Ausbau des ÖPNV. Sie warnen davor, dass die Stadt, wenn sie die Grenzwerte nicht einhält, wieder von der Deutschen Umwelthilfe verklagt wird und es lange Verhandlungen gibt.

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