
Kurioses Projekt in Essen: Ein Fels wurde kopiert
Diese Woche wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein Stück Essen kopiert. Und zwar ein ganz Besonderes: Experten der THGA und des Deutschen Bergbaumuseums Bochum haben einen Gipsabdruck der Mintrop´schen Spitzfalte am Pastoratsberg in Essen-Werden gemacht. Wir erklären Euch das genauer.
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Warum wurde in Essen ein Fels eingegipst?
"Völlig bekloppt!" So beschreibt Geologe und Projektplaner Dr. Benedikt Ahrens selbst das Projekt, was diese Woche in Essen durchgeführt wurde. Ein Jahr hatte er es geplant: Die Mintrop´sche Spitzfalte in Essen-Werden sollte in ihrer Originalgröße abgeformt werden. Ganz schön viel Aufwand war das, und vor allem wurde es noch nie bei einem Felsen dieser Größe und Form gemacht. Denn die Mintrop´sche Spitzfalte ist sechs Meter breit und vier Meter hoch, dazu hat sie noch einen Überhang von ungefähr einem Meter und - wie der Name schon sagt - sehr viele Falten. Und weil sie eben für Geologen so besonders ist, haben Spezialisten direkt am Felsen einen Abdruck genommen – und das von Hand. Aus dem Abdruck entsteht jetzt die Reproduktion des Felsens im Maßstab 1:1. Geologiestudierende sollen an der Wand dann geologische Strukturen untersuchen und wirklich anfassen können.
Wie ist die Kopie des Felsens in Essen abgelaufen?
Erstmal haben Studierende den großen Stein in Essen unter ganz vielen Brombeerbüschen freigelegt. Dann wurde die Spitzfalte mit Wurzelbürsten und Pinseln bearbeitet und von Erde befreit. Danach haben Spezialisten eine giftgrüne, dicke Silikonschicht auf den Felsen aufgetragen. Darüber kam dann eine Abdruckmasse aus Gips. Diese wurde dann wiederrum mit Holz gestützt. Am Donnerstag (27. August) kam dann der spannende Moment für Experten und Passanten: Der Gips und die Silikonschicht sollten abgenommen werden. Das war ganz schön aufwendig, weil das aufgrund der Größe nicht an einem Stück ging. Stundenlang haben fünf Männer des deutschen Bergbaumuseums am Gips und Silikon geschnitten, gezogen und konnten schlussendlich alles entfernen.
Wurde die Mintrop´ sche Spitzfalte in Essen beschädigt?
Durch die Silikonschicht ließ sich die Abformung ohne jede Beschädigung des Felsens wieder abnehmen. Das war auch das Ziel: Der naturgeschützte Fels sollte nicht beschädigt werden. Benedikt Ahrens ist zufrieden mit dem Abdruck.
"Wir erkennen hier wirklich Strukturen, die vielleicht beim Original gar nicht sichtbar sind. Das Ergebnis ist wirklich atemberaubend. Was sich hier wirklich auch erfühlen lässt, ist wirklich Museumsqualität."
Jetzt kommt der Abdruck in die Werkstätten des Deutschen Bergbau-Museums Bochum. Dort wird dann der Abdruck noch stabilisiert und mit mehr als 5000 verschiedenen Grau- und Brauntönen originalgetreu angemalt. Danach soll er dann im Frühjahr oder Sommer 2027 in der Technischen Hochschule aufgestellt werden. Laut Benedikt Ahrens können Studierende dann erfühlen, was die Mintrop´sche Spitzfalte für eine Haptik hat - und was sie für ein Gestein ist. Aber auch für die Öffentlichkeit soll diese außergewöhnliche Kopie zugänglich sein.
Was ist die Mintrop´ sche Spitzfalte in Essen?
Die Mintrop´sche Spitzfalte in Essen-Werden ist eine markante, spitz zulaufende Gesteinsfalte. Eine Spitzfalte ist eine geologische Formation, bei der Gesteinsschichten durch massiven Druck von außen spitz nach oben oder unten gebogen wurden. Die Faltung am Pastoratsberg in Werden soll vor rund 300 Millionen Jahren, während der Karbon-Zeit in einer großen „Knautschzone“, bei der Kollision von Kontinenten entstanden sein. Anhand der Felswand könnt Ihr gut erkennen, wie schnell geologische Formen ineinander übergehen können. Die Mintrop´sche Spitzfalte liegt mitten im Ruhrkarbon. Das sind die Gesteinsschichten, aus denen früher die Ruhrkohle gefördert wurde.








