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Krankenhausseelsorge in Essen - Segensfeier für werdende Eltern
© Madlen Gerick / Radio Essen
Petra Kerperin (l.) und Jule Gayk veranstalten im Juni eine Segensfeier am Elisabeth-Krankenhaus in Huttrop.
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Krankenhausseelsorge in Essen - Segensfeier für werdende Eltern

Menschen sterben, Kinder werden schwer krank. Wie schaffen es Krankenhausseelsorgerinnen da die richtigen Worte zu finden und nicht in Tränen auszubrechen? Zwei Seelsorgerinnen aus Essen erzählen von ihrem Alltag - und einer geplanten Segensfeier für werdende Eltern.

Veröffentlicht: Montag, 01.06.2026 14:35

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Was machen Krankenhausseelsorgerinnen in Essen?

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Sie sind da, wenn Menschen im Sterben liegen oder Eltern ihr Kind verlieren. Oft melden sich die Betroffenen selbst, oder Angehörige und das Klinikpersonal tun es für sie. Dann bekommen Petra Kerperin und Jule Gayk eine E-Mail oder einen Anruf und wissen, dass sie gebraucht werden. Die beiden sind Krankenhausseelsorgerinnen am Elisabeth-Krankenhaus in Essen-Huttrop. Zu ihren Aufgaben gehört es vor allem zuzuhören und Trost zu spenden. Aber wie spricht man zum Beispiel, mit einer Person, die weiß, dass sie bald sterben wird?

"Häufig beginnen sie selber, die Patientinnen und Patienten. Wir versuchen uns einzuschwingen. Manchmal frage ich nochmal etwas nach, oder gebe das wieder, was ich höre und versuche ein Stück weit mitzutragen. Aber auch zu sehen: Wo gibt es Ressourcen, um das verstehen zu können, was auf diese Person, auf diesen Menschen zukommt?", sagt Petra Kerperin.

Ressourcen sind dann so etwas wie Familie, Freunde, schöne Erinnerungen, oder auch der Glaube.

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Welche Rolle spielt der Glaube in der Krankenhausseelsorge in Essen?

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Petra Kerperin ist katholische Seelsorgerin, Jule Gayk ist evangelisch. Zu ihren Aufgaben gehört es auch Menschen zu segnen oder in der Seelsorge über Gott zu sprechen - aber nur wenn die Patientinnen und Patienten das möchten. In vielen Gesprächen geht es gar nicht um den Glauben. Und doch ist er für die Seelsorgerinnen selbst eine große Hilfe. So geht Jule Gayk direkt nach einem Gespräch oder zumindest am Ende des Arbeitstags in die Kirche des Elisabeth-Krankenhauses und zündet eine Kerze an.

"Das ist etwas, wo ich mich selber sortiere und aber auch Gott hinhalte, was mich da so bewegt. Und das ist dann nicht sofort immer alles gut, aber ich merke, das ist auch für mich als Seelsorgerin wirklich so ne Ressource - meine eigene Spiritualität, mein eigener Glaube."
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Wie schaffen es Krankenhausseelsorgerinnen in Essen nicht in Tränen auszubrechen?

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Andere Ressourcen sind natürlich die professionelle Ausbildung und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. So schaffen die Seelsorgerinnen es auch in sehr traurigen Momenten nicht in Tränen auszubrechen.

"In meiner Rolle ist es mir dann sehr bewusst, dass ich jetzt diejenige bin, die den Rahmen hält", sagt Jule Gayk.

Sie muss eigene Trauer- und Verlusterfahrungen dann erstmal wegschieben. Berührt oder bedrückt sein, darf sie aber trotzdem.

"Ich finde daran merken Menschen ja auch, das ist eine echte Anteilnahme."
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Berührende Momente in der Krankenhausseelsorge in Essen

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Und diese Anteilnahme gibt es in vielen berührenden Momenten - traurigen wie schönen. Petra Kerperin muss da zum Beispiel an ein nigerianisches Paar denken, das sein Kind verloren hat. Sie hat daraufhin einen nigerianischen Seelsorger engagiert, der das Paar auf Englisch gesegnet hat. Und es stellte sich heraus: Der Seelsorger und das Paar kannten sich aus Nigeria.

"Für mich war da Gott mit im Spiel", sagt Petra Kerperin.

Auch sehr berührend: Ein Kind, um das gefühlt das ganze Krankenhaus gebangt hatte, hat es geschafft weiterzuleben und nach Hause zu kommen.

Für Jule Gayk war eine Segnung sehr berührend. Eine Frau hatte sich bei ihr gemeldet, weil ihr Mann im Sterben lag. Aus einem Impuls heraus hat Jule Gayk ein Lavendelöl mitgenommen, um den Mann zu segnen. Als sie den Deckel öffnete und die Frau das Lavendel roch, fing die Frau an zu weinen. Sie sagte, dass sie ihrem Mann seit Jahren immer abends Lavendelspray auf das Kopfkissen gesprüht hatte.

"Das ist so ein Moment für mich gewesen, wo ich einfach hinterher raus ging und unheimlich dankbar war, weil ich dachte: Mensch, du durftest jetzt Anteil haben an so viel Liebe."
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Himmel&Essen-Moderation Madlen Gerick mit Seelsorgerinnen Petra Kerperin und Jule GaykKrankenhausseelsorge: Berührende Begegnungen und Anteilnahme
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Segensfeier in Essen für werdende Eltern - Was erwartet mich?

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Liebe und Anteilnahme sollen am 17. Juni auch bei einer Segensfeier für werdende Eltern zu spüren sein. Solche Segensfeiern bieten die Seelsorgerinnen in der Kirche des Elisabeth-Krankenhauses regelmäßig an. Sie sollen werdende Eltern Zeit und Raum geben zur Ruhe zu kommen und "darauf zu vertrauen, dass es etwas Größeres gibt, was einen hält und was einen stärkt", sagt Petra Kerperin. Nicht nur werdende Eltern sind willkommen, sondern auch werdende Mamas oder Papas alleine, Freunde oder zukünftige Großeltern. Es muss auch niemand besonders gläubig sein oder Gebete kennen. Die Segensfeier inklusive weltlicher Musik startet um 19.30 Uhr, ist kostenlos und ohne Anmeldung.

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