
Ehemalige Häftlinge in Essen sagen gegen JVA-Beamten aus
In Essen kommen immer mehr Details ans Licht zu möglicher Korruption in der JVA. Demnach hat es aus genau diesem Grund schon seit September Ermittlungen in dem Gefängnis gegeben - also bevor Mitte Oktober ein Häftling gewaltsam befreit werden konnte. So steht es in einem Bericht von NRW-Justizminister Limbach. Nachdem der Häftling entkommen ist, haben drei andere Häftlinge gegen den Beamten ausgesagt, der seit letzter Woche in Untersuchungshaft sitzt. Sie waren zuvor in der JVA Essen untergebracht, sind mittlerweile aber in Hagen im Gefängnis. Sie werfen dem Beamten vor, an der Befreiung von Dijvar Gündüz beteiligt gewesen zu sein und regelmäßig Gegenstände ins Gefängnis geschmuggelt zu haben.
Was wurde bei der Wohnungsdurchsuchung des Beamten aus der JVA Essen gefunden?
Laut NRW-Justizminister Limbach lässt sich bislang nicht belegen, dass der Beamte der JVA Essen bei der Befreiung geholfen hat, es gibt aber viele Indizien für Korruption. Dazu zählen etwa Bargeldeinzahlungen über 40.000 Euro. Außerdem soll er über seine Verhältnisse gelebt haben. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Gelsenkirchen wurden neun Handys, Drogen, Waffen und mehrere Luxus-Uhren gefunden. Laut dem Bericht geht es um "zwei Rolex-Uhren, zwei Omega-Uhren, eine Tissot-Uhr nebst den dazugehörigen Kartons so wie einen Armreif der Firma "Cartier". Ob das Originale sind, wird noch ermittelt. Außerdem lagen in der Wohnung über 3.700 Euro Bargeld, drei Schlagringe, ein Butterflymesser, ein Einhandmesser, ein kleinerer Block Haschisch sowie sechs Einmachgläser mit Cannabis. Gegen den Beamten wird daher wegen Bestechlichkeit, aber auch wegen Drogen- und Waffenbesitz ermittelt. Außerdem wird wegen Geldwäsche auch gegen seine Frau ermittelt.