
Fridays for Future demonstriert auch in Essen
Die Organisation Fridays for Future hat in mehreren deutschen Städten zu Demonstrationen aufgerufen – Anlass ist der sogenannte Gas-Aktionstag. In Essen startete die Demo um 17 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz. Von dort aus zogen etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Innenstadt bis zum Rathaus Essen. Neben Redebeiträgen von Fridays for Future gab es auch welche von Vertreterinnen und Vertretern von GermanZero sowie vom Radentscheid Essen.
Gegen was wird in Essen am Freitag demonstriert?
Im Fokus der Demonstration in Essen stehen laut Fridays for Future vor allem zwei Themen: die Klimapolitik der Bundesregierung, die aus Sicht der Initiative die Interessen der Gaslobby über die der Bevölkerung stellt:
„Der Gasausstieg ist schon seit Jahren ein Thema und der momentane Kurs ist ein Schlag ins Gesicht der jüngeren Generationen,“ sagt Arthur von der Essener Ortsgruppe.
Außerdem wolle man gegen das „Versagen des Essener Stadtrates, der dem Radentscheid in den Rücken gefallen ist“, demonstrieren. Die Klimaorganisation kritisiert dabei vor allem die beiden führenden Parteien in der Stadt, CDU und SPD. Diese hatten im März einen Wechsel ihrer gemeinsamen Verkehrspolitik im Rat der Stadt Essen angekündigt. Mitglieder von Fridays for Future kritisieren diesen Kurswechsel deutlich und stellen klare Forderungen:
"Wir fordern mehr Investitionen in Radwege, klare Pläne für eine schnelle Mobilitätswende und ein Bekenntnis zum Gasausstieg," heißt es in einer Pressemitteilung von Fridays for Future.
Damit wollen die Aktivistinnen und Aktivisten den Druck auf Politik und Verwaltung erhöhen, konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz und eine nachhaltige Verkehrspolitik umzusetzen.
Warum war es um Fridays for Future in Essen so lange ruhig?
Lange hatte man in Essen nicht viel gehört von Jugendlichen und Menschen, die mit Fridays for Future für die Klimarettung einstehen. Die Zeiten der großen Demos zur Schulzeit schienen vorbei und sind es wohl auch. Auf Nachfrage unseres Radio Essen-Stadtreporters sagten einige der Demonstranten, dass die alte Ortsgruppe für Essen nicht mehr genug Zeit hatte für die ehrenamtliche Arbeit. So hat die Organisation für Demos und Veranstaltungen in Essen niemand mehr in die Hand genommen. Seit einigen Wochen gibt es aber wieder neue Engagierte, die jetzt in Essen auch wieder mehr Aufmerksamkeit für Fridays for Future bringen wollen, heißt es.
Auf die Frage, warum Fridays for Future nicht mehr zur Unterrichtszeit vormittags demontriere, sondern häufiger wie dieses Mal am Nachmittag, heißt es von einer Demonstrantin in Essen:
"Nachmittags erreichen wir noch mehr Leute, weil dann auch weniger Menschen arbeiten."