
Rechte Demo in Essen am 1. Mai - Polizei im Großeinsatz
Am 1. Mai sind in Essen zahlreiche Demonstrationen geplant. Traditionell gehen zum Tag der Arbeit viele Mitglieder der Gewerkschaften auf die Straße. Dieses Jahr gibt es aber noch mehr Demos.
Veröffentlicht: Donnerstag, 09.04.2026 15:26
Wie viele Demonstrationen sind am 1. Mai in Essen geplant?
Die Polizei Essen hat aktuell 25 Anmeldungen für Demonstrationen am 1. Mai. Auf der Grundlage dieser Anmeldungen durch die Veranstalter geht die Polizei von etwa 4500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Die Polizei erklärt aber auch, dass im Moment immer wieder Veranstaltungen an- und abgemeldet werden. Deshalb ist zwei Wochen vor dem 1. Mai noch nicht sicher, wie viele dann wirklich auf die Straße gehen. Die Partei "Die Heimat" hat für den 1. Mai von 13 bis 22 Uhr eine Demonstration in der Innenstadt angemeldet. Daran sollen 400 bis 500 Personen teilnehmen laut Anmelder. Die Partei "Die Heimat" und deren Jugendorganisation werden vom Verfassungsschutz beobachtet und als rechtsextrem eingestuft. Da sie nicht verboten sind, gilt auch für diese Partei das Recht auf Versammlungsfreiheit. Zuletzt hat es schon immer wieder Kundgebungen vor der Landesparteizentrale in Kray gegeben.
Widerstand in Essen gegen rechte Demonstration
In Essen werden schon von vielen Seiten Stimmen gegen den Aufmarsch der Partei "Die Heimat" laut. Die "Omas gegen Rechts" haben bereits einen offenen Brief an den Polizeipräsidenten Andreas Stüve und an Oberbürgermeister Thomas Kufen geschickt. Sie fordern ausreichend Schutz für die Demonstrierenden, die zum Tag der Arbeit dem Aufruf der Gewerkschaft folgen und für alle, die sich den Protesten gegen Rechts anschließen. Gleichzeitig erinnern sie an einen Aufzug im März letzten Jahres, bei dem sich Familien und Kinder erschreckt haben, weil sie mit rechtsradikalen Parolen konfrontiert wurden.
Traditionell gehört der 1. Mai den Gewerkschaften. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat ebenfalls eine Demonstration angemeldet. Auch hierzu werden erst in den kommenden beiden Wochen Einzelheiten bekannt.
Die Partei "Die Linke" kritisiert das Vorgehen der Polizei, keine Angaben zu den Demo-Routen zu machen. Damit würde die Polizei Gegenproteste behindern, sagen die Linken. Das Parteibüro wurde im November letzten Jahres angegriffen. Christian Baumann, Sprecher des Bündnisses "Essen stellt sich quer" wirft der Polizei vor, dass diese die Veranstaltungsorte der Versammlungen veröffentlicht hat, aber nicht die Strecke der Partei " Die Heimat". So wissen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gegenproteste nicht genau, wo sie auf die Vertreter der rechten Szene treffen.
Wie bereitet sich die Polizei Essen auf den 1. Mai vor?
Die Polizei Essen will vor allem deeskalieren und allen ihr Recht auf Versammlungsfreiheit einräumen. Konflikte sollen möglichst im Vorfeld entschärft werden, so die Polizei. Allerdings werden Straftaten grundsätzlich verfolgt und die Polizei will konsequent gegen Störer aus der rechts- oder linksextremen Szene vorgehen. Schon jetzt bittet die Polizei um Verständnis bei Anwohnerinnen und Anwohnern in der Innenstadt, dass es am 1. Mai zu Einschränkungen und zu Verkehrsbehinderungen kommen wird. Das sei bei so vielen Demonstrierenden nicht zu vermeiden. Die Polizei wird am 1. Mai mit vielen Kräften im Einsatz sein und bereitet sich auf alle möglichen Szenarien vor. In den nächsten Tagen werden Gespräche mit den Anmeldern der Versammlungen geführt und festgelegt, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterwegs sein werden. Die Polizei erklärt, dass grundsätzlich keine konkreten Aufzugsrouten einzelner Versammlungen veröffentlicht werden. Das sei bewährter polizeitaktischer Standard, so ein Sprecher weiter. Auf eine Online-Anfrage des Bündnisses "Essen stellt sich quer" hat die Polizei mit einer Liste mit den einzelnen Versammlungsorten ohne genaue Routen geantwortet.