
200 Menschen in Essen bei Friedenskundgebung
In Essen haben am Montag (21. September) rund 200 Menschen bei einer Kunstaktion für den Frieden demonstriert. Acht Friedens- und Kirchenorganisationen hatten anlässlich des Internationalen Tags des Friedens zum Krupp-Denkmal vor der Marktkirche eingeladen. Bei schönem Wetter falteten die Teilnehmer Papierkraniche, sangen Lieder und unterschrieben eine Selbstverpflichtung zur Sozialen Verteidigung. Höhepunkt der Aktion war der Moment gegen 16:55 Uhr, als Helfer einen Mantel aus Hunderten gefalteter Friedenskraniche über die Bronzefigur Alfred Krupps hängten.
Musik und Reden in Essen
Das Rahmenprogramm in Essen begann um 16 Uhr mit Lyrik, Musik und kurzen Reden. Der Friedensforscher Dr. Martin Arnold erklärte, die Soziale Verteidigung sei ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt. Seiner Darstellung zufolge begann hier 1923 mit dem Ruhrkampf gegen die französische Besatzung die erste gewaltfreie Soziale Verteidigung gegen einen militärischen Einmarsch. Zum Abschluss sangen die Teilnehmer gemeinsam „We Shall Overcome“, begleitet von einer Friedenstrompete. Um 17:30 Uhr endete die Aktion.
Friedensmantel in Marktkirche in Essen ausgestellt
Der Friedensmantel bleibt in Essen zu sehen: Er wird in den kommenden Wochen in mehreren Kirchen und Gemeindehäusern gezeigt. Die Papierkraniche erinnern an Sadako Sasaki, die im Alter von zwölf Jahren an den Spätfolgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima starb. Ihre gefalteten Kraniche wurden weltweit zu einem Symbol der Hoffnung und zu einer Mahnung. Mit der Aktion wollen die Organisatoren ein Zeichen setzen: Essen soll nicht als Waffenschmiede bekannt sein, sondern als Stadt der Sozialen Verteidigung.