Essen: Weitere Angriffe auf Politiker und Wahlhelfer

In Essen und deutschlandweit gibt es wiederholt Angriffe gegen Politiker - nun wurde auch bekannt, dass die Essener SPD-Politikerin Julia Kahle-Hausmann an der Marktkirche an ihrem SPD-Stand beleidigt und angegangen wurde. Doch auch Wahlhelfer seien regelmäßig von Anfeindungen betroffen.

Wahlzettel
© Radio Essen / Larissa Schmitz

Angriffe und Anfeindungen auf Politiker in Essen

In Essen und deutschlandweit gibt es wiederholt Anfeindungen gegen Politiker. Zuletzt gab es einen Angriff auf zwei Grünen Politiker in Essen. Nun wurde auch bekannt, dass SPD-Politikerin Julia Kahle-Hausmann bereits vorher an der Marktkirche an ihrem SPD-Stand beleidigt und angegangen wurde. Das war am 16. März 2024 - da musste die Polizei Essen zum Einsatz ausrücken:

"Im Zuge dessen fiel ein Störer auf, welcher zuvor an einem SPD Stand negativ auffiel. Der Störer kam einem Platzverweis der Kollegen nicht nach, weshalb er in Gewahrsam genommen wurde. Es kam zu keinerlei Straftaten. Daher wurde kein Strafverfahren gegen den Mann eingeleitet."

Auf Radio Essen-Nachfrage hat die Politikerin bestätigt, dass es ihr gut geht und sie motiviert ist, ihre Partei im Wahlkampf zu unterstützen.

Radio Essen-Interview mit Essener SPD-Politikerin

Die SPD-Politikerin aus Essen, Julia Kahle-Hausmann, sagt im Radio Essen-Interview, es sei ein unangenehmer Vorfall gewesen. Sie sei jedoch kein Einzelfall - auch Wahlkampfhelfer und weniger bekannte Persönlichkeiten aus der Partei würden regelmäßig angegangen. In den kommenden Wochen steht wegen der Europawahl für viele Politiker Wahlkampf auf den Straßen an. Beleidigungen und Störungen gehören laut der SPD-Politikerin dort zwar dazu, seien aber nur ein geringer Teil der Reaktionen. Es gebe auch bereits ein gemeinsames Vorgehen mit der Polizei, wenn so etwas noch einmal passiert. Parteiintern würden solche Vorfälle bei den Gremiensitzungen besprochen. Die Wahlhelfer der SPD Essen wären solche Anfeindungen gewöhnt - und hätten mittlerweile ein dickes Fell.

"Wir lassen uns nicht mundtot machen."

Das sagt die Essener SPD-Politikerin im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Lea Sleiman. Außerdem sei es wichtig, dass niemand alleine am Wahlkampfstand sei und sich gegenseitig unterstützt werde.

© Radio Essen

Weitere Politiker aus Essen erleben auch Anfeindungen

Politiker aus Essen haben sich am Mittwoch, den 08. Mai, bei einer Podiumsdiskussion mit Schülern am Gymnasium Werden zu den Anfeindungen geäußert. Auch der Essener Grünen-Politiker Jan Övelgönne kenne solche Angriffe - seien es beschädigte Wahlplakate oder auf der Straße beschimpft zu werden. Andreas Schwenk von der FDP Essen hat zwar selbst noch nicht solche Anfeindungen erlebt, jedoch falle ihm auf, dass es derzeit einen generellen fehlenden Respekt gegenüber Ehrenämtern gebe, seien es Wahlhelfer oder die Freiwillige Feuerwehr. Irmhild Boßdorf von der AfD berichtet davon, dass auch sie Beleidigungen ausgesetzt sei.

Mehr Nachrichten aus Essen


Weitere Meldungen

skyline