Essen: Sind Corona-Schnelltests sinnvoll oder nicht?

Es war ein Versprechen, das nach Lockerungen im Lockdown klang. Eigentlich sollte es ab der nächsten Woche kostenlose Corona-Schnelltests geben. Jetzt dauert es aber wohl noch etwas. Wir haben Prof. Dr. Ulf Dittmer von der Uniklinik Essen gefragt, was er von den Tests hält.

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Schnelltests sind sinnvoll, geben aber auch falsche Sicherheit

Es blickt kaum noch jemand durch im Corona-Schnelltest-Dschungel. Erst hieß es, dass es ab der nächsten Woche überall kostenlose Corona-Schnelltests geben soll, jetzt doch wieder nicht. Aber bald sollen dann doch die ersten kommen. Das aktuelle Angebot verwirrt nicht nur uns, sondern auch den Virologen Prof. Dr. Ulf Dittmer von der Uniklinik in Holsterhausen. Er und seine Kollegen haben einige Tests ausprobiert. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass sie nur zu 70 - 80 Prozent sicher sind, das bedeutet von 10 getesteten Coronaerkrankten werden nur 7 bis 8 erkannt.

"Je einfacher die Probenentnahme wird, desto ungenauer wird sie wahrscheinlich auch und das wird die Fehlerquote dieser Tests leider noch erhöhen.",

sagt Prof. Dr. Ulf Dittmer. Trotzdem ist es gut, wenn die Tests kommen, sagt er weiter. Denn so kann flächendeckender getestet werden. Studien zeigen, dass auch mit Hilfe der Schnelltests hochinfektiöse Menschen gefunden werden können. Dittmer warnt aber auch davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen, wenn der Test negativ ausfällt. Denn bis zu 30% werden nicht erkannt. Deshalb sind die Hygienemaßnahmen und die Maskenpflicht auch weiterhin sehr wichtig, hat er Radio Essen-Moderatorin Larissa Schmitz im Interview erklärt.

© Larissa Schmitz/ Radio Essen

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