
Wann wird in Essen die Bezahlkarte verteilt?
In Essen können alle Geflüchteten bis spätestens Ende des Jahres mit einer Bezahlkarte ihre täglichen Einkäufe bezahlen. Mit der Karte steht dann ein bestimmter Betrag für den täglichen Bedarf zur Verfügung, der die Leistungen umfasst, den Asylbewerber bekommen. Die Stadt will die Karten zunächst an alle Asylbewerber übergeben, die in Unterkünften leben. Dafür wird es 31 Termine mit den Asylbewerbern geben und 32 Karten werden an volljährige Personen ausgeteilt. Hier wird die Auszahlung der Leistungen für Asylbewerber im Juli auf die Bezahlkarte umgestellt. In einem zweiten Schritt bekommen alle Asylbewerber eine solche Karte, die in einer eigenen Unterkunft leben. Dafür wird die Stadt 95 Termine machen und 108 Bezahlkarten ausgeben. Die Auszahlung der Leistungen wird dann für alle diese Personen im Oktober umgestellt. Für alle weiteren Asylbewerber in Essen will die Stadt im nächsten Jahr Termine machen und die Bezahlkarten verteilen. Dabei geht es um insgesamt 490 Erwachsene, die dann die Karte bekommen sollen. Die Stadt hat aber nicht genügend Personal, um die Termine alle in diesem Jahr zu erledigen.
Warum gibt die Stadt Essen die Bezahlkarte erst jetzt aus?
Die Stadt Essen kann nach vielen Schwierigkeiten erst jetzt die Bezahlkarte an Asylbewerber ausgeben. Monatelang hat der Streit mit dem Land NRW gedauert, bis alle Voraussetzungen erfüllt wurden. Die Karte war zum Beispiel nicht mit der SEPA-Funktion ausgestattet, deshalb wollte die Stadt die Karte nicht ausgeben. Ende Januar war dann auch noch die Ministerin des NRW-Flüchtlingsministeriums zurückgetreten. Jetzt sind aber alle Voraussetzungen erfüllt und die Stadt will die Karte noch in diesem Jahr an alle Asylbewerber in der Stadt verteilen. Die Karte ist dann wie eine Debit-Karte. Geflüchtete können damit in den Geschäften bezahlen und bis zu 50 Euro pro Monat in bar abheben. In einzelnen Fällen kann aber auch ein höherer Betrag abgehoben werden. Das wird individuell entschieden. Die Idee hinter der Bezahlkarte ist, dass kein Bargeld ins Ausland fließt, um Schlepper zu bezahlen. Organisationen wie Pro Asyl kritisieren allerdings die Karte, weil sie im Einzelfall deutlich macht, dass jemand als Geflüchteter in Essen lebt.