
Was planen E.ON in Essen und Tank & Rast?
Der Energiekonzern mit Sitz in Essen und "Tank & Rast" haben den Zuschlag für den Aufbau eines neuen Ladenetzes für schwere elektrische Lkw bekommen. Das Projekt gehört zum sogenannten Deutschlandnetz für Lkw-Ladeinfrastruktur. Dabei geht es um ein staatlich unterstütztes Netz mit besonders leistungsstarken Ladepunkten entlang der Autobahnen. Ziel ist, dass E-Lkw auch auf langen Strecken schneller und verlässlicher geladen werden können.
E.ON und "Tank & Rast" sollen insgesamt 195 Ladepunkte an 24 Standorten bauen. Beide Unternehmen übernehmen jeweils die Hälfte der Standorte. Der erste Standort soll 2027 kommen. Neben den Ladesäulen gehören auch Netzanschlüsse, Trafostationen, IT-Anbindung und Reservierungssysteme zu dem Projekt.
Warum setzt E.ON aus Essen auf Megawattladen an Autobahnen?
E.ON in Essen und Tank & Rast wollen ein deutlich schnelleres Laden von Elektro Lkw möglich machen. Im Mittelpunkt des Projekts steht deshalb das sogenannte Megawattladen. Damit können sehr große Energiemengen in kurzer Zeit in die Batterien von E-Lkw geladen werden. Das ist vor allem für den Fernverkehr wichtig, weil Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer ihre Pausen und Fahrzeiten genau planen müssen. Wenn das Laden in diese Pausen passt, kann elektrische Logistik auf langen Strecken besser funktionieren. E.ON und Tank & Rast planen 101 Megawatt-Ladepunkte (auch genannt: MCS-Ladepunkte).
Zusätzlich sollen weitere Ladepunkte mit geringerer Leistung entstehen. Geplant sind 32 Ladepunkte mit 400 Kilowatt für kürzere Stopps und 62 Ladepunkte mit 150 Kilowatt für längere Standzeiten, zum Beispiel über Nacht. Damit sollen verschiedene Anforderungen im Güterverkehr abgedeckt werden. Für Speditionen und Flottenbetreiber ist die Ladezeit ein wichtiger Faktor, weil stehende Fahrzeuge Kosten verursachen. Das neue Netz soll deshalb unterschiedliche Ladearten für unterschiedliche Einsatzzeiten bieten.