
Welche Schule soll in Essen in Kupferdreh gebaut werden?
Nach heftigen Diskussionen in Essen und viel Ärger und Frust haben die Politikerinnen und Politiker von CDU und SPD jetzt ihre Meinung geändert. Auf dem Gelände an der Prinz-Friedrich-Straße in Kupferdreh soll eine neue Gesamtschule gebaut werden. Das erklären Fabian Schrumpf, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat und Philipp Rosenau, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat in einem Gespräch mit Radio Essen. In einem Antrag für den Rat Ende Mai hatten beide Fraktionen zunächst dort ein Berufskolleg vorgeschlagen. Darüber gab es in den letzten Wochen heftige Debatten und mehrere Bürgerversammlungen beider Parteien. Eltern waren enttäuscht und sauer darüber, dass es weiter keine Perspektive für ihre Kinder im Süden geben sollte. Die Eltern hatten bereits eine Initiative gegründet und eine Petition gestartet. Wer sein Kind für das kommende Schuljahr im Süden an einer Gesamtschule oder an einem Gymnasium angemeldet hat, hat teilweise eine Ablehnung bekommen und muss nach einem anderen Schulplatz suchen.
Wie geht es in Essen mit den Berufskollegs weiter?
Auch die Berufskollegs in Essen haben schon länger Probleme. Gerade die beiden Schulen an der Kruppstraße sind marode und die Bedingungen schwierig. Deshalb sucht die Stadt auch schon länger nach einer Alternative für die Berufskollegs. Weil sich CDU und SPD vor Ort in Kupferdreh nicht so richtig auf eine Schulform einigen konnten, brachten die Politiker die Idee ins Spiel, dort ein Berufskolleg einzurichten. Das haben die Eltern weder verstanden noch akzeptiert. Viele junge Familien sind nach Kupferdreh gezogen, weil sie hoffen, dass dort ihre Kinder in ein paar Jahren zur Schule gehen können. Der Bau der neuen Schule wird aber noch einige Jahre dauern. Die beiden Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD betonen aber, dass sie weiter dringend nach einem neuen Standort für die Berufskollegs suchen. Es gibt auch schon Ideen, die aber noch nicht öffentlich gemacht werden können. Zusammen mit den Schulleitern und Lehrern der Berufskollegs soll jetzt die Frage nach einem neuen Standort diskutiert werden. Beide Parteien befürchten auch, dass ein neues Berufskolleg in Kupferdreh nicht angenommen werden würde und zu wenig Schülerinnen und Schüler dort angemeldet werden.
Wie geht es in Essen mit der UNESCO-Schule weiter?
Im Rat der Stadt Essen sollte Ende Mai auch über die UNESCO-Schule entschieden werden. Auch diese Nachrichten haben inzwischen für viel Aufregung gesorgt. CDU und SPD betonen deshalb, dass die UNESCO-Schule die nächsten Jahre erst einmal am alten Standort weiter entwickelt werden soll. Die Schule nimmt zum neuen Schuljahr zum ersten Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 auf. Viele Eltern, die keinen Schulplatz im Süden bekommen haben, haben von der Stadt den Vorschlag bekommen, ihre Kinder dort anzumelden. Da aber von den Politikerinnen und Politikern der Vorschlag kam, dass das Gymnasium nach Katernberg oder Stoppenberg umziehen soll, sind viele Eltern verunsichert, weil das einen noch weiteren Schulweg bedeuten würde. Beide Politiker betonen deshalb im Gespräch mit Radio Essen, dass ein Umzug erst in zehn Jahren spruchreif werden könnte. Bis dahin bleiben die Schülerinnen und Schüler an der UNESCO-Schule an der Steinmetzstraße. Langfristig werden aber auch Schulplätze an einem weiteren Gymnasium im Norden gebraucht.