
Warum war die Bundespolizei in Essen im Einsatz?
Am frühen Mittwochmorgen (6. Mai) war die Bundespolizei bundesweit und auch in Essen im Einsatz. Im Auftrag der Bundesanwaltschaft haben die über 600 Beamten rund 50 Objekte in zwölf Bundesländern durchsucht - zwei davon in Essen. Wo genau es in Essen Durchsuchungen gab, konnte die Bundesanwaltschaft auf Radio Essen-Nachfrage nicht sagen. Auch in unseren Nachbarstädten Bochum, Duisburg, Mühlheim an der Ruhr und Oberhausen gab es Durchsuchungen. 36 Personen werden verdächtigt, Mitglieder von zwei rechtsextremistischen Vereinigungen zu sein - überwiegend Jugendliche oder junge Erwachsene. Den meisten wird auch Rädelsführerschaft zur Last gelegt - ein Rädelsführer ist der Anführer, Initiator oder Organisator einer kriminellen Vereinigung. Gegen acht Beschuldigte wird außerdem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Personen werden verdächtigt, Teil der rechtsextremistischen Gruppen "Jung & Stark" oder "Deutsche Jugend Voran" (auch bekannt als "Neue Deutsche Welle") zu sein. Es gab keine Festnahmen. Laut Bundesanwaltschaft ging es bei den Durchsuchungen darum, ihrem Verdacht auf den Grund zu gehen.
Warum sind die rechtsextremistischen Gruppen in Essen gefährlich?
Die Mitglieder der Gruppen "Jung & Stark" und "Deutsche Jugend Voran" sind zum größten Teil noch recht jung - im Teenageralter. Trotzdem sind die Gruppen bundesweit organisiert und in Regionalgruppen vernetzt. Bei Treffen wird zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen, heißt es von der Bundesanwaltschaft. Weiter heißt es, dass einige Beschuldigte dementsprechend Angehörige der linken Szene oder vermeintlich pädophile Personen angegriffen haben sollen.
Einige Anhänger der Gruppe haben sich in der Vergangenheit immer wieder in Kray in der Parteizentrale der Partei "Die Heimat" getroffen. Dabei gab es auch immer wieder Umzüge oder Kundgebungen in Kray, die die Anwohnerinnen und Anwohner erschreckt haben. Erst am 1. Mai haben in Essen in der Innenstadt Rechtsextreme demonstriert.