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Diskussion um Radwege in Essen: Kommt jetzt ein Bürgerentscheid?
© Kostas Mitsalis/ Radio Essen
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Diskussion um Radwege in Essen: Kommt jetzt ein Bürgerentscheid?

Viele Menschen trauen sich in Essen nicht mit dem Fahrrad zu fahren. Das sagt das Bürgerbündnis RadEntscheid Essen und sammelt deswegen Unterschriften gegen die Verkehrspolitik des Stadtrats. Wie es jetzt weiter geht.

Veröffentlicht: Montag, 20.07.2026 07:45

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Bürgerbegehren in Essen: Warum sammelt der RadEntscheid Unterschriften?

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Viele Menschen haben Angst mit dem Fahrrad durch Essen zu fahren - das sagt das Bürgerbündnis RadEntscheid und möchte genau da ansetzen. Das Bündnis sammelt deswegen noch bis Montag (20. Juli) Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Damit will der RadEntscheid den letzten Beschluss des Stadtrats zur Verkehrspolitik kippen und die Ziele des letzten Bürgerbegehrens von 2020 beibehalten.

Der Rat hatte im März dieses Jahres unter anderem beschlossen, zunächst weniger Fahrradstraßen und Radwege zu bauen. Stattdessen sollen zuerst Straßen und Brücken saniert werden. Die Koalition aus CDU und SPD begründet das damit, dass sie in der Verkehrspolitik andere Prioritäten setzen und so für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen wolle. Außerdem würden von sanierten Brücken letztlich auch Radfahrerinnen und Radfahrer profitieren. Kritik kommt unter anderem vom Arbeitskreis fahrradfreundlicher Arbeitgeber. Er wirft der Koalition vor, den Autoverkehr zu bevorzugen und Ziele für bessere Luft und den Klimaschutz aus den Augen zu verlieren.

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Wie geht es in Essen mit dem RadEntscheid weiter?

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Bisher hat der RadEntscheid Essen mehr als die angepeilten 16.000 Unterschriften gesammelt. Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren sind knapp 13.000 Unterschriften nötig.

“Wir haben unglaublich große Unterstützung aus der ganzen Stadt erhalten,” sagt Anke Wiedemann vom RadEnscheid. "In nur sechs Wochen so viele Menschen zu erreichen, war eine große Herausforderung – jetzt sind wir dankbar für den Zuspruch aus der ganzen Stadt, der uns durch die letzten Wochen getragen hat."

Die Unterschriften werden am Donnerstag (23. Juli) an die Stadt übergeben und geprüft. Dann kann sich der Rat dem Bürgerbegehren anschließen. Wenn er seine Meinung trotzdem nicht ändern will, könnte es zu einem Bürgerentscheid kommen. Da sollen dann alle wahlberechtigten Essenerinnen und Essener über die Verkehrspolitik abstimmen.

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RadEntscheid in Essen: Was wurde in den letzten Jahren umgesetzt?

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Die Stadt Essen hat in den letzten Jahren einen Teil Pläne des RadEntscheids von 202/21 umgesetzt. So wurden letztes und dieses Jahr 28 Fahrradboxen in Betrieb genommen, es fehlen aber immer noch einige. Es wurden insgesamt über 600 Abstellplätze für Fahrräder in der Stadt geschaffen und vier Einbahnstraßen für Radfahrer. Außerdem wurde der Fahrradstreifen an der Huyssenallee bis zum Hauptbahnhof verlängert, ein Teil der Straße Schultenweg in Freisenbruch wurde neu gemacht, und der Radweg von Überruhr nach Steele. Insgesamt hat es immer wieder Verzögerungen bei der Umsetzung gegeben, etwa durch aufwendige Abstimmungen bei der Stadt und Diskussionen in den Ausschüssen. Außerdem mussten externe Ingenieurbüros einbezogen werden und die Planungen waren insgesamt sehr kompliziert, sagt die Stadt.

In diesem Jahr will die Stadt 14 weitere Einbahnstraßen für Radfahrer eröffnen, die Straßen Deile, Goethestraße, Gönterstraße, Im Natt und Spielkampshof erneuern und hunderte weitere Plätze schaffen, an denen Ihr Euer Fahrrad oder Lastenrad abstellen könnt.

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