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Citybahn Essen: Neue Bauphase und verunsicherte Anwohner
© Radio Essen / Kathi Strikkeling
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Citybahn Essen: Neue Bauphase und verunsicherte Anwohner

Die Bauarbeiten für die neue Citybahn in Essen gehen weiter. Ab Montag (26. Januar) startet der nächste Abschnitt auf der Goldschmidtstraße. Gleichzeitig wächst an anderer Stelle der Ärger über das Großprojekt.

Veröffentlicht: Montag, 26.01.2026 04:29

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Citybahn in Essen: Nächster Bauabschnitt startet

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Der Ausbau der neuen Citybahn in Essen kommt voran. Ab Montag, 26. Januar, beginnt auf der Goldschmidtstraße im Ostviertel der nächste Bauabschnitt. Betroffen ist der Bereich zwischen Engelbertstraße und Klosterstraße. Die bereits eingerichtete Umleitung bleibt bestehen, während an Fahrbahn und Gehwegen auf der westlichen Straßenseite gearbeitet wird. Während der Bauzeit fallen die Parkplätze auf der westlichen Seite komplett weg. Fußgängerinnen und Fußgänger werden über einen Notgehweg geführt, sodass Hauseingänge und Geschäfte weiterhin erreichbar bleiben. Zeitweise müssen Grundstückszugänge gesperrt werden. Die Stadt Essen hat angekündigt, diese Einschränkungen frühzeitig mit den Anwohnerinnen und Anwohnern abzustimmen. Die Arbeiten sollen bis Ende April dauern - es kann allerdings aufgrund des Wetters zu Verzögerungen kommen.

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Bauvorhaben in Essen sorgte für Ärger

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Während auf der Goldschmidtstraße der nächste Bauabschnitt startet, sorgt der Bau der Citybahn an anderer Stelle weiterhin für Ärger. An der Haus-Berge-Straße in Essen-Bochold wird seit dem Frühjahr 2025 gebaut. Dort entsteht ein weiterer Abschnitt der neuen Straßenbahnverbindung, die künftig den geplanten Stadtteil Essen 51 mit der Innenstadt und Steele verbinden soll. Die Citybahn soll künftig an der Haltestelle "Bergmühle" halten. Vorher muss die Haus-Berge-Straße allerdings breiter gemacht werden. Dadurch fallen rund 40 Parkplätze weg und über 50 Bäume müssen gefällt werden. Die Parkplatzsituation macht besonders den Geschäften sorgen. Zu Beginn der Arbeiten im März haben Anwohner deswegen eine Bürgerinitiative gegründet und sich gegen den Bau gewehrt - ohne Erfolg. Inzwischen wird auf der Westseite der Straße Richtung Helenenstraße schon gebaut. Jetzt hat die Stadt auch den Bau auf der östlichen Seite beschlossen: Ein "Rasengleis", also ein Bahngleis das über eine Rasenfläche führt, und der Ausbau der barrierefreien Haltestelle "Bergmühle" steht auf dem Plan. Außerdem soll auf jeder Seite ein Fahrstreifen und ein Radfahrstreifen entstehen, die Beleuchtung soll ausgebaut und eine neue Ampelanlage installiert werden. Zudem möchte die Stadt den Bauabschnitt wieder etwas begrünen, um die gefällten Bäume zu ersetzen.

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Anwohner in Essen wurden überrascht

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Die Anwohnerinnen und Anwohner hätten nur durch Zufall erfahren, dass auf ihrer Straße gebaut wird, erzählt Jörg Daube im Radio Essen-Gespräch. Jörg Daube hat ein Restaurant auf der Haus-Berge-Straße. Seine "Wundertüte" soll ein Treffpunkt für die Menschen aus der Nachbarschaft sein, so Daube. Das wird aber schwer, wenn Menschen nicht mehr einfach so die Straße überqueren können oder keinen Parkplatz mehr finden, sagt er. Über ein Rasengleis kann man mit dem Auto, oder aber auch mit einem Rollator nicht mehr einfach so drüber rollen. Deswegen hat Jörg Daube mit anderen Anwohnern eine Bürgerinitiative gegründet. Ihre Klage gegen den Bau der Citybahn auf der Haus-Berge-Straße wurde allerdings abgewiesen. Heißt: Parkplätze fallen weg und auch der Grünstreifen, auf dem sich die Nachbarn treffen und mit ihren Hunden spazieren gehen können, wird platt gemacht. 

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Anwohner in Essen: "Wir haben keine Chance"

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Die Veränderungen auf der Haus-Berge-Straße machen auch dem Anwohner Andreas Wibbe sorgen. Er wohnt schon sein ganzes Leben lang auf der Haus-Berge-Straße, vermietet dort einige Wohnungen und ist auch Teil der Bürgerinitiative.

"Für mich persönlich ist es der Grünstreifen - der ist ziemlich wichtig. Da hat man sich mit Leuten getroffen und ist ins Gespräch gekommen", sagt er im Radio Essen-Interview.

Die Stadt will auf der Straße zwar wieder Bäume pflanzen, für einen so großen Grünstreifen, wie es ihn jetzt noch gibt, ist neben der Citybahn aber wohl kein Platz mehr, sagt Wibbe. Er macht sich auch sorgen um seine Mieter und Nachbarn, die vor seinem Haus bald nur noch schwer einen Parkplatz finden. Die Bürgerinitiative habe auch mit der Stadt gesprochen und eine Alternative zum städtischen Bebauungsplan vorgestellt – erfolglos.

"Wir haben keine Chance. Egal was wir machen, wir kommen nicht dagegen an - die Stadt sitzt am längeren Hebel und ist nicht bereit für Kompromissvorschläge", sagt er.

Gegen das "Projekt Citybahn" selbst sei laut Andreas Wibbe überhaupt nichts einzuwenden. Die Bürgerinitiative ist nur nicht überzeugt von der Umsetzung auf ihrer Straße. 

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