
In Essen fühlen sich einige unsicher, andere nicht
Das Sicherheitsgefühl ist eine sehr individuelle Sache. Es hängt mit den eigenen Erfahrungen, manchmal auch mit den Erfahrungen von Freunden und Familie zusammen. Was wir in den sozialen Medien wahrnehmen, spielt ebenfalls eine große Rolle. Das wissen auch die Verantwortlichen bei der Polizei Essen. Schon lange ist klar, dass die Balance zwischen dem subjektiven Sicherheitsgefühl der Essenerinnen und Essener und den tatsächlichen Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik nicht mehr da ist. Deshalb will die Polizei Essen in Zukunft mehr Polizistinnen und Polizisten auf die Straße schicken. Immer in Uniform und immer auch mehr als zwei Beamte. Bei einer kurzen Umfrage unserer Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl sind die Rüttenscheider dazu geteilter Meinung.
Polizei Essen will mehr Polizisten auf die Straße schicken
Die neue Einheit bei der Polizei Essen soll schneller und flexibler eingesetzt werden. Die Polizisten reagieren bei Problemen, fahren direkt raus und sprechen mit Bürgerinnen und Bürgern. Wenn es zum Beispiel, wie zuletzt immer wieder, Schlägereien rund um den Katernberger Markt gibt und alle dort ein schlechtes Gefühl haben, dann ist die Einheit dort mehrere Tage vor Ort. Die Polizisten werden dann auch von Essenerinnen und Essenern angesprochen, bekommen wichtige Hinweise für ihre weitere Arbeit. Zuletzt waren sie auch auf der Kettwiger Straße unterwegs. Mit der neuen "Präsenz- und Kontrolleinheit" will die Polizei alte Strukturen aufbrechen und deutlich machen, dass sie sich um Probleme schnell kümmert und diese auch löst. Die Polizisten sprechen mit allen Beteiligten und machen klar, dass die Polizei Recht und Gesetz vertritt und am Ende auch konsequent durchsetzen wird. Das erklärt Philip Camphausen, der Leiter der neuen Einheit im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl.
Neue Einheit bei der Polizei Essen
Zehn Polizisten und eine Polizistin sind in Essen in der neuen Einheit. Die Einheit arbeitet inzwischen seit drei Monaten. Die Polizistinnen und Polizisten haben sich alle freiwillig gemeldet. Ihre Dienstzeiten sind sehr flexibel, weil sie immer dann im Einsatz sind, wenn sie gebraucht werden. Bereits jetzt ist aber klar, dass die Polizei Essen die Einheit noch verstärken will. Viele Kolleginnen und Kollegen waren zunächst skeptisch bei der Polizei. Inzwischen wollen aber immer mehr in der neuen Truppe mitarbeiten. Die Beamten bekommen auf der Straße viel positives Feedback und merken, dass ihre Arbeit wirklich etwas bewirkt, erzählt Philip Camphausen im Radio Essen-Interview. Die Beamten sind alle rund 30 Jahre alt und haben bereits Erfahrung.
Essen übernimmt Ideen aus Skandinavien
Die Polizei Essen hat die Einheit entsprechend ausgerüstet, damit sie gut eingreifen kann. Für die neue Einheit wurden aber keine Polizistinnen und Polizisten aus dem Streifendienst abgezogen. Entstanden ist die Idee unter anderem bei einem Austausch der Essener Polizei mit der Polizei in Helsinki und Göteborg. Dort sind Polizistinnen und Polizisten praktisch den ganzen Tag auf den Straßen unterwegs und immer zu sehen, erklärt Polizeipräsident Andreas Stüve. Der Polizeipräsident hat schon länger nach neuen Möglichkeiten gesucht, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Essenerinnen und Essener zu stärken. Das will die Polizei mit der neuen Einheit erreichen. Wie das funktionieren soll, erklärt Peter Both, der Leiter für Gefahrenabwehr bei der Polizei Essen im Gespräch mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl.






