
Betrug in Essen mit Coronatests – Urteil gefallen!
Ein 61-Jähriger hat in Nordrhein-Westfalen acht Corona-Testzentren betrieben, eines davon in Essen. Bei der Abrechnung soll er die Anzahl der durchgeführten Tests manipuliert und zu hoch angegeben haben. Dafür wurde er jetzt zu einer Haftstrafe verurteilt.
Veröffentlicht: Dienstag, 12.05.2026 14:47
Betrug in Essen mit Corona-Tests
Der frühere Betreiber eines Corona-Testzentrums in Essen-Altenessen muss für drei Jahre ins Gefängnis. Er hatte deutlich mehr Tests abgerechnet, als tatsächlich durchgeführt wurden. Neben dem Testzentrum im Allee-Center betrieb er noch sieben weitere Standorte in Köln und Leverkusen. Der Schaden für die Kassenärztliche Vereinigung beträgt rund 1,6 Millionen Euro und muss zurückgezahlt werden. Der Mann legte vor dem Kölner Landgericht ein Geständnis ab, half bei der Aufklärung und bereute die Tat.
Betrug mit Corona-Tests in Essen: Gericht sieht systematisches Vorgehen bei Abrechnung
Laut Urteilsbegründung betrieb der Angeklagte von Frühjahr 2021 bis Juli 2022 mit seiner in Köln ansässigen Firma acht Testzentren in Köln, Leverkusen und Essen. Im Gegensatz zu anderen Fällen seien die Testzentren tatsächlich betrieben worden, sagte der Vorsitzende Richter. Allerdings habe der Angeklagte die Anzahl der gemeldeten Tests zur Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung „nicht unerheblich erhöht“. Es sei zwar getestet worden, später seien jedoch zusätzliche Zahlen „draufgesattelt“ worden. Mit dem so erlangten Geld habe er Finanzlöcher in seinem defizitären Unternehmen gestopft.
Der bislang strafrechtlich nicht vorbelastete Angeklagte hatte die Taten laut Gericht „frühzeitig“ gestanden, bei der Aufklärung des Sachverhalts aktiv mitgewirkt und „aufrichtige Reue“ gezeigt. Dabei habe er auch seine Ehefrau, die zunächst ebenfalls angeklagt war, „aus der Schusslinie genommen“, sagte der Vorsitzende Richter. Das Verfahren gegen die 63-Jährige wurde während des Prozesses ohne Auflagen eingestellt.