
Was befürchten in Essen die Anwohner, wenn es mehr Flüge geben sollte?
In Essen fürchten Anwohnerinnern und Anwohner um ihre Nachtruhe. Der Flughafen Düsseldorf hat einen Antrag beim NRW Verkehrsministerium gestellt und will pro Stunde bis zu 60 Flüge abwickeln - und das in der Hälfte der Betriebsstunden. Bisher sind 47 Starts und Landungen pro Stunde erlaubt. Viele Flugzeuge landen aber auch erst in den Abendstunden zwischen 21 und 22 Uhr. Die Flieger, die sich verspäten, fliegen häufig auch erst nach 22 Uhr über Kettwig, Ickten und Schuir. Wenn der Flughafen noch mehr Flüge abwickeln will, fürchten viele Anwohnerinnen und Anwohner, dass es zu noch mehr Verspätungen kommt und die Flugzeuge bis Mitternacht unterwegs sind. Wie es ihnen damit geht, erzählen sie Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl bei einem Info-Abend der Initiative "Bürger gegen Fluglärm" in Kettwig.
Wie wollen sich die Anwohner in Essen gegen die Zunahme der Flugbewegungen wehren?
Die Initiative "Bürger gegen Fluglärm" in Essen ruft alle Anwohnerinnen und Anwohner dazu auf, gegen den Antrag Einwendungen zu erheben. Wie das geht, haben sie bei einem Info-Abend in Kettwig erklärt. Jeder, der betroffen ist, kann über die Bezirksregierung Einwände erheben. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, die die Initiative auf ihrer Homepage erklärt. Einwendungen können per Mail angefordert werden, selbst verfasst werden oder Anwohnerinnen und Anwohner können auf den Unterschriftenlisten der Initiative unterschreiben. Die Einwendungen müssen aber bis zum 15. Oktober bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingehen.
Der Antrag des Flughafens ist nicht neu. Der Flughafen wollte schon 2015 die Flüge erweitern. Damals gab es über 40.000 Einwendungen der Anwohnerinnen und Anwohner rund um den Flughafen. Der Antrag wurde am Ende vom Flughafen zurückgezogen. Jetzt startet der Flughafen einen neuen Anlauf. Georg Regniet aus dem Vorstand der Initiative "Bürger gegen Fluglärm" erklärt im Interview mit Radio Essen-Stadtreporterin Anna Bartl, welche Chancen er dieses Mal sieht.
Gibt es noch weitere Unterstützung in Essen für Anwohnerinnen und Anwohner?
In Essen haben bisher auch immer die Politikerinnen und Politiker aus dem Rat der Stadt die Erweiterung am Flughafen Düsseldorf abgelehnt und damit den Anwohnerinnen und Anwohnern den Rücken gestärkt. Das erklärt beim Info-Abend Helmar Pless, er ist Mitglied in der Fluglärmkommission am Flughafen Düsseldorf und leitet die Grüne Hauptstadtagentur der Stadt Essen. Auch die Kommission hat in der Vergangenheit mehrfach gegen die Pläne des Flughafens argumentiert. Die Kommission fordert außerdem mehr aktive Lärmschutzmaßnahmen vom Flughafen. Anwohner fragten beim Info-Abend auch nach, ob nicht sogar ein Antrag gestellt werden könnte, damit es in Zukunft in den Abendstunden weniger Flüge gibt. Das würde für mehr Ruhe und einen besseren Schlaf sorgen, sagen die Anwohnerinnen und Anwohner.



