
Bürger aus Essen in Sorge: Flughafen plant mehr Starts und Landungen
Wer im Süden von Essen wohnt und entspannt im Garten oder auf dem Balkon sitzt, hört sie oft: Die startenden und landenden Flugzeuge vom Flughafen Düsseldorf. Bis zu 47 solcher Flugbewegungen gibt es dort aktuell pro Stunde. Das soll sich aber bald ändern: Bis zu 60 Starts und Landungen sollen in Spitzenzeiten möglich sein. Der Airport hat einen entsprechenden Antrag zur Anpassung der Betriebsgenehmigung beim Landesverkehrsministerium eingereicht. Seit dem 2. September liegt er öffentlich aus. Die Obergrenze von 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten bleibt demnach bestehen.
Was steckt hinter den Plänen vom Flughafen Düsseldorf?
Der Flughafen Düsseldorf begründet seinen Antrag auf mehr Starts und Landungen mit einem effizienteren Flugbetrieb. Dieser beruht auf eine Luftverkehrsprognose für das Jahr 2040. Die höhere Stundenkapazität solle helfen, Verkehrsspitzen besser zu steuern und Verspätungen zu vermeiden.
„Der Kern unseres geänderten Antrags ist die intelligente, flexible Nutzung bestehender Kapazitäten – nicht deren Ausweitung. Die bestehende Kapazitätsobergrenze bleibt erhalten. Damit schaffen wir einen verlässlichen Rahmen und stärken den Anwohnerschutz. Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass der Flughafen als Wirtschaftsmotor, Jobmaschine und Tor zur Welt auch künftig erfolgreich sein kann.“ - Lars Redeligx, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens
Der Flughafen verweist darauf, dass die Zahl verspäteter Landungen in der Nacht 2024 und 2025 gesunken sei - trotz steigenden Verkehrs. Die Nachtflugregelungen bleiben aber unverändert: Zwischen 22 und 23 Uhr sind maximal 33 Landungen erlaubt, planmäßige Starts erst ab 6 Uhr.
Bürgerinitiative aus Essen fordert Ablehnung der Pläne
Vier Bürgerinitiativen aus Essen und Mülheim wehren sich gegen die Flughafen-Pläne. Die "Aktionsgruppe Essen", das "Netzwerk Mülheimer Bürger gegen Fluglärm", die Initiative "Wir in Mintard" und die "Schutzgemeinschaft Fluglärm Essen/Mülheim" fordern die Ablehnung des Antrags. Sie argumentieren, dass ein Bedarf für die Kapazitätserweiterung nicht erkennbar sei. Stattdessen befürchten sie mehr Fluglärm und Schadstoffbelastung für Essen und Umgebung. Die Initiativen kritisieren, dass mehr Flugbewegungen pro Stunde - vor allem am frühen Morgen und späten Abend - stattfinden würden, also zu den sensibelsten Zeiten für Anwohner. Außerdem warnen sie vor mehr Verspätungen und damit verbundenen Nachtflügen. Dazu komme noch die bestehende Gefahr von Änderungen der Flugrouten, damit die 60 Starts und Landungen pro Stunde überhaupt annähernd abgewickelt werden können. Ein weiterer Kritikpunkt der Bürgerinitiativen ist, dass Privatflugzeuge nach Mönchengladbach und Essen/Mülheim verdrängt würden, sodass in Düsseldorf mehr Platz für größere und lautere Flugzeuge bleibe.
Am Montag (22. September) laden die Initiativen zu einer Infoveranstaltung in den Petershof in Essen-Kettwig ein. Sie fordern Anwohnerinnen und Anwohner auf bis Mitte Oktober Einwendungen gegen die Pläne abzugeben. Von den Städten Mülheim und Essen erwarten sie das Gleiche.
Bereits 2015 hatte der Flughafen Düsseldorf einen ähnlichen Antrag gestellt. Damals verhinderten über 50.000 Einwendungen von Bürgern die Erweiterung.