
Zehn Jahre nach Anschlag auf Tempel in Essen
In Essen gab es am 16. April 2016 den ersten größeren Anschlag von Dschihadisten in ganz Deutschland. Eine selbst gebaute Bombe explodierte damals vor dem Sikh-Tempel. So sieht es zehn Jahre später in der Gemeinde aus.
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.04.2026 15:31
Nach Anschlag in Essen: Landgericht verurteilte drei Jugendliche
Drei Islamisten hatten am 16. April 2016 am Eingang eines Sikh-Tempels (Gurdwara, ein Gebetshaus des Sikhismus) in Essen eine selbstgebaute Bombe. Ein Priester wurde durch die Detonation schwer verletzt, zwei weitere Gemeindemitglieder erlitten leichte Verletzungen. Die Täter konnten festgenommen werden; sie waren damals erst 16 Jahre alt. Die drei minderjährigen Attentäter wurden zu Haftstrafen zwischen sechs und sieben Jahren verurteilt. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich mehr als 30 Kinder im Gebetshaus, die in der oberen Etage für eine Prozession probten. Kurz vor der Explosion waren sie eher zufällig von der unteren in die obere Etage gewechselt, da dort mehr Platz war. Wären die Kinder nicht in die obere Etage gewechselt, hätten viele von ihnen verletzt oder möglicherweise sogar getötet werden können.
Gemeinde in Essen ist nicht eingeschüchtert
Die Sikhs in Essen haben ihren Gebetstempel längst renoviert. Die Gemeinde hat sich von dem Anschlag nicht einschüchtern lassen. Ihr Tempel stand früher jedem offen, egal ob Sikh, Christ, Hindu, Jude oder Muslim. Daran hat sich auch nach dem Anschlag nichts geändert. Zu großen Zeremonien kommen mehrere hundert Menschen in die Sikh-Gemeinde.
Jedes Jahr feiert die Sikh-Gemeinde den Vaisakhi-Tag. Am Vaisakhi-Tag im Jahr 1699 rief der Guru die Sikhs dazu auf, ihren Glauben zu bewahren und die Sikh-Religion zu pflegen. Diesen Tag feiern Sikhs weltweit mit großen Zeremonien, bunten Gewändern, zahlreichen Speisen und selbstgemachten Süßigkeiten.
Gemeinde in Essen ist tolerant, hat aber klare Regeln
Wer in Essen den Tempel der Sikh-Gemeinde besuchen will, ist jederzeit willkommen. Die Schuhe müssen draußen bleiben, und der Kopf muss bedeckt sein. Das gilt für alle, auch für Reporter von Radio Essen. Wer kein Tuch dabei hat, bekommt am Eingang eines geliehen.




