
Darum sterben Mücken durch Schnee nicht
Seit Wochen herrschen in Essen eisige Temperaturen. Es gab sogar schon einige Tage, wo im Stadtgebiet eine geschlossene Schneedecke lag. Was macht das mit lästigen Insekten wie Mücken? Haben wir im Sommer weniger Mücken und können uns auf entspanntere Nächte und weniger Stiche einstellen?
Für alle, die hoffen, dass es jetzt im Sommer weniger Mücken gibt, hat Insektenforscher Thomas Hörren schlechte Nachrichten.
„Momentan ist das erst einmal eine sehr günstige Situation für Insekten. Die Arten, die überwintern, profitieren vor allem von niedrigen Temperaturen, da diese dafür sorgen, dass sie im Frühling fit sind. Sie verfügen meist über Energiereserven, die sie über den Winter nutzen. Man kann sich das ähnlich wie den Winterschlaf bei einigen Säugetieren vorstellen. Sie verbrennen diese Energie nicht, solange es kühl ist. Schnee ist für die Natur eigentlich eine sehr gute Sache.“
So kalt muss es in Essen werden
Im Winter verfallen die Mücken in eine Art Ruhepause. Damit es den Mücken wirklich zu kalt wird und die überwinternden Mücken sterben, müsste es deutlich kälter werden. Das wäre nicht nur unangenehm für die Mücken, sondern wohl auch für uns.
"Es bräuchte Temperaturen von minus 15 oder minus 20 Grad. Das trifft dann leider nicht nur die Lästlinge, die uns hier und da mal stören, sondern auch die Nützlinge zu. Das sind solche Winter, bei denen man sieht: Wenn wirklich solche kalten Ereignisse eintreten, haben wir im Laufe des Jahres grundsätzlich die Situation, dass einige Arten merklich weniger werden".
Solche Temperaturen wird es in Essen wohl eher nicht geben. Dann wohl doch lieber Mücken als tagelang frieren
Viele Mücken im Sommer in Essen? Prognose ist schwierig
Nur weil sich Mücken bei dem Wetter wohlfühlen, haben wir im Sommer nicht automatisch mehr Mücken, sagt der Insektenforscher Thomas Hörren:
"Grundsätzlich gibt es keine richtige Faustregel dafür, wie es im Sommer aussieht. Die Entwicklung kann man nie so wirklich absehen. Sobald wir wärmebegünstigte Sommer mit tropischen Nächten haben, sind diese Entwicklungszyklen im Sommerhalbjahr total beschleunigt".
Mücken werden uns also weiterhin begleiten. Laut Hörren kann man daran auch nicht wirklich etwas ändern.
So geht man am besten mit Mücken um:
Lästige Mücken seien eine Begleiterscheinung, die sich nun einmal nicht verhindern lasse. Man muss lernen damit umzugehen. Positiv müsse man sehen, dass man sich in Mitteleuropa relativ wenige Sorgen um Krankheiten machen müsse. Trotz Arten aus dem Ausland, wie die Asiatische Tigermücke, die sich zunehmend auch bei uns in Essen ausbreitet. Die Situation sei so gut wie noch nie.
Und für alle, die sich fragen, wie der Insektenforscher selbst mit Mücken umgeht: Auch der beste Freund der Insekten bleibt anscheinend nicht verschont:
„Ich bin auch besonders geplagt von Mücken. Ich befreie alle Leute in meinem Umfeld immer vor Mücken, wenn wir unterwegs sind, weil die Mücken immer mich anfliegen und stechen. Mir geht es da auch nicht besser als anderen. Aber ich sehe das Ganze ein kleines bisschen gelassener.“

