Anzeige
Warnstreik in Essen: Öffentlicher Dienst, Kitas und Autobahn
© Madlen Gerick / Radio Essen
Teilen:

Warnstreik in Essen: Öffentlicher Dienst, Kitas und Autobahn

In Essen kommt es am Mittwoch (4. Februar) in gleich mehreren Branchen zu Ausfällen. Einige Beschäftigte versammeln sich zu einer Kundgebung in der Stadt.

Veröffentlicht: Montag, 02.02.2026 15:09

Anzeige

Wer streikt alles in Essen?

Anzeige

Viele Beschäftigte in Essen aus ganz unterschiedlichen Berufen kommen in den Tarifverhandlungen nicht voran. Deswegen schließen sie sich am Mittwoch (4. Februar) zusammen und planen eine Kundgebung in der Innenstadt. Von dem Warnstreik ist unter anderem der öffentliche Dienst in Essen betroffen. Deswegen könnte es zu Problemen an Gerichten und bei der Staatsanwaltschaft kommen. Auch an der Universität Duisburg-Essen und der Uniklinik streiken Beschäftigte wieder.

An der Klinik in Holsterhausen ist es schon der vierte Streik allein in diesem Jahr. Diesmal streikt die Uniklinik von Dienstag (3. Februar) bis Donnerstag (5. Februar), also insgesamt drei Tage lang. Notfälle werden selbstverständlich weiterhin behandelt. Allerdings wurde bislang schon die Hälfte der geplanten Operationen am Streiktag abgesagt. Die Beschäftigten fordern sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro pro Monat, sowie mehr Geld für die Nachwuchskräfte.

Anzeige

Bleiben Kitas in Essen dicht?

Anzeige

Für Eltern gibt es auch schlechte Nachrichten. Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten der AWO in Essen zum Streik auf. Die AWO betreut in Essen mehr als 1.500 Kinder und hat aktuell 24 Betreuungseinrichtungen und Kitas. Diese könnten am Mittwoch durch den Streik geschlossen bleiben.

Zusätzlich gibt es einen Warnstreik bei der Krankenkasse AOK in Essen, und auch die Beschäftigten der Autobahn GmbH wurden von Verdi zum Warnstreik aufgerufen. Alle Branchen fordern mehr Geld. Am meisten fordert Verdi für die AWO: Sie wollen mindestens 500 Euro mehr im Monat haben.

Anzeige

Bleiben die Schulen in Essen offen?

Anzeige

Auch die Beschäftigen an den Schulen in Essen sind beim Streik dabei. Die Gewerkschaft GEW hat Lehrkräfte, Sozialpädagogische Kräfte, Erzieherinnen und Erzieher und Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst zum Streik aufgerufen. Da viele Lehrkräfte verbeamtet sind, betrifft der Streik wohl vor allem den Sozialdienst und die offene Ganztagsbetreuung. Die Kundgebungen werden in Duisburg und Dortmund stattfinden. Die GEW fordert für die Beschäftigten an den Schulen sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro.

Anzeige

Wo in Essen treffen sich die Streikenden?

Anzeige

In Essen wollen sich Streikende aus verschiedenen Branchen treffen. Die Kundgebung startet um 10 Uhr auf dem Hirschlandplatz in der Innenstadt. Die Beschäftigten der Uniklinik planen zuvor einen Demonstrationszug von der Klinik in Holsterhausen bis zum Hirschlandplatz. Dazu laufen noch Gespräche mit der Polizei, wie eine Verdi-Sprecherin mitteilt. Auch die genaue Route steht noch nicht fest. Infrage kommen beispielsweise die Holsterhauser Straße oder die Alfredstraße – und das mitten im Berufsverkehr. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten sich daher auf Staus und Sperrungen einstellen.

Anzeige

Wie ist die Stimmung beim Streik in Essen?

Anzeige

Am Mittwochvormittag (04. Februar) ist der Hirschlandplatz in Essen rund zur Hälfte gefüllt. In orangenen, gelben und roten Warnwesten stehen die Streikenden vor der Bühne, schwingen Verdi-Fahren und machen Lärm mit ihren Trillerpfeifen. Mit dabei ist Paul von der Autobahn GmbH. Er sagt, die Lebenshaltungskosten steigen weiter, deswegen müssten die Gehälter daran angepasst werden. Klaus von der AOK in Essen kritisiert:

"Von uns erwartet man immer mehr Leistung, aber Leistung soll nicht mehr bezahlt werden. Und das lassen wir uns nicht mehr gefallen."

Auch Britta von der Uni Duisburg-Essen fordert mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen, vor allem für ihre Kolleginnen und Kollegen im Uniklinikum. Die Forderungen lägen auf dem Tisch, die Arbeitgeber müssten jetzt mal darauf eingehen. Jasmin von der AWO-Kita in Holsterhausen möchte, dass ihre Arbeit gesehen und wertgeschätzt wird.

"Wir kommen aus der Kita, das ist ein sehr wichtiger Bereich. Und das haben wir von den Eltern auch viel mitbekommen, die finden das sehr gut, dass wir heute streiken gehen."
Anzeige
Warnstreik in Essen: Öffentlicher Dienst, Kitas und Autobahn
© Madlen Gerick / Radio Essen
Die Beschäftigten der AWO-Kita in Holsterhausen streiken für mehr Lohn und Anerkennung. Die Kinder unterstützen sie dabei - in Form von Plakaten.
Anzeige
Warnstreik in Essen: Öffentlicher Dienst, Kitas und Autobahn
© Madlen Gerick / Radio Essen
Anzeige

Mehr Nachrichten aus Essen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige