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Rathaus Essen
© Elke Brochhagen / Stadt Essen
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Vorwürfe in Essen gegen Pater - Platz soll umbenannt werden

Die Stadt Essen will einen Platz im Südostviertel umbenennen. Es geht um Vorwürfe gegen einen verstorbenen Pater.

Veröffentlicht: Dienstag, 03.03.2026 10:49

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Warum will die Stadt Essen den Platz umbenennen?

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In Essen soll der Pater-Christoph-Höttges-Platz umbenannt werden. Dazu soll es Gespräche mit dem zuständigen Ältestenrat und den Politikerinnen und Politikern in der Bezirksvertretung geben. Gegen den inzwischen verstorbenen Pater werden Vorwürfe in einer neuen Studie des Instituts für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) erhoben. Er soll während seiner Zeit im Internat Vossenack des Franziskanerordens Schüler misshandelt und andere Ordensmitglieder gedeckt haben. Oberbürgermeister Thomas Kufen erklärt dazu:

"Für mich ist die Umbenennung des Pater-Christoph-Höttges-Platzes unausweichlich. Öffentliche Ehrungen setzen Vorbilder voraus. Wenn sich herausstellt, dass eine geehrte Person in schwerwiegende Missbrauchstaten verstrickt war oder diese gedeckt hat, ist eine solche Würdigung nicht mehr vertretbar."

Die Stadt will zeitnah über die Ergebnisse der Beratungen zur Umbenennung des Platzes informieren.

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Welche Vorwürfe gab es in Essen gegen den Pater?

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Das Bistum Essen hat inzwischen mitgeteilt, dass es 2004 ebenfalls Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Pater gab. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren damals aber mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Dabei hat die Staatsanwaltschaft auch wegen Vorwürfe gegen zwei weitere Beschäftigte aus der Kirchengemeinde ermittelt, die Ermittlungen wurden ebenfalls eingestellt. 2008 hat das Bistum Essen dann Informationen über Hinweise gewaltsamen Verhaltens des Beschuldigten erhalten. Das sind die jetzt ebenfalls laut gewordenen Vorwürfe aus der Zeit des Paters im Internat Vossenack, das zum Bistum Aachen gehört.

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Welcher Platz wurde in Essen schon umbenannt?

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Die katholische Kirche in Essen arbeitet schon seit mehreren Jahren ihre Geschichte auf. Dabei geht es vor allem darum, wann und von wem sexueller Missbrauch oder Gewalt stattgefunden hat. Vor mehreren Jahren wurden im Zusammenhang mit den Nachforschungen Vorwürfe gegen den ehemaligen Ruhrbischof Kardinal Hengsbach laut. Die Stadt hat daraufhin ebenfalls entschieden den Kardinal-Hengsbach-Platz in der Innenstadt umzubenennen. Seit 2024 ist es der Friedensplatz. Das Bistum hat damals auch das Standbild des Kardinals vom Platz entfernt. Das Bistum selbst hat ebenfalls eine Studie in Auftrag gegeben, um den Vorwürfen wegen Missbrauchs nachzugehen.

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