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Vorschulkinder in Essen haben kaum Deutschkenntnisse - Oberbürgermeister fordert Pflicht-Kitajahr
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Vorschulkinder in Essen haben kaum Deutschkenntnisse - Oberbürgermeister fordert Pflicht-Kitajahr

Einige Kinder in Essen haben deutliche Defizite was ihre Deutschkenntnisse angeht. Das zeigen Daten aus Schuleingangsuntersuchungen. Oberbürgermeister Thomas Kufen fordert ein verpflichtendes Kita-Jahr.

Veröffentlicht: Dienstag, 07.04.2026 11:58

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Wie viele Kinder in Essen können kaum Deutsch?

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Bevor Kinder in Essen und NRW in die Grundschule gehen, müssen sie zur Schuleingangsuntersuchung. Dort wird geguckt, ob das Kind gesund ist. Auch der Entwicklungsstand wird eingeschätzt - falls das Kind gefördert werden muss. Bei den Schuleingangsuntersuchungen für das Schuljahr 2024/25 wurde festgestellt, dass immer mehr Kinder keine oder nur sehr schlechte Deutschkenntnisse haben. Dabei geht es nicht nur darum, die Sprache zu sprechen. sondern Deutsch zu verstehen, einen eigenen Wortschatz zu haben und so zu sprechen, dass andere Menschen einen verstehen.

Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 4,4 Prozent, inzwischen sind es 14,8 Prozent, also 927 Kinder. Zählt man noch die Kinder dazu, die zwar flüssig, aber mit erheblichen Fehlern (zum Beispiel im Satzbau) Deutsch sprechen, kommt man auf 2.058 Kinder (32,9 Prozent).

Auch der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund, die kaum, oder schlechte Deutschkenntnisse haben, hat sich vergrößert. Waren es vor zehn Jahren noch 191 Kinder (11,2 Prozent), sind es inzwischen 880 Kinder (31,1 Prozent). Nimmt man auch hier wieder die Kinder dazu, die zwar flüssig, aber mit erheblichen Fehlern deutsch sprechen, sind es 1.836 Kinder (64,8 Prozent). Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es nur 170 Kinder, also 5,5 Prozent.

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Was fordert der Oberbürgermeister von Essen?

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Gute Deutschkenntnisse bei Vorschulkindern in Essen sind wichtig, weil der die meisten Fächer auf Deutsch unterrichtet werden, die Kinder Arbeitsanweisungen und Aufgaben verstehen müssen und natürlich auch Lesen und Schreiben auf Deutsch richtig lernen sollen. Deswegen fordert Oberbürgermeister Thomas Kufen ein verpflichtendes Kita-Jahr:

"Die geplante landesweite Einführung der sogenannten ABC-Klassen zum Schuljahr 2028/2029 ist ein guter erster Schritt, denn sie bereiten Kinder besser auf die Schulzeit vor und fördern Bildungskarrieren gleich zu Beginn. Noch wirkungsvoller ist allerdings ein verpflichtendes Kita-Jahr, in dem Kinder nicht nur an zwei Tagen pro Woche zwei Stunden intensiv mit der deutschen Sprache umgehen, sondern täglich. Auch das zeigen die Erkenntnisse aus den Schuleingangsuntersuchungen, der Besuch einer Kita und die ganzheitliche pädagogische Förderung machen einen erheblichen Unterschied und ermöglichen Kindern einen guten Start in der Grundschule."
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