
Wie viele Stellen bei Evonik aus Essen sind gefährdet?
Die Konzernleitung von Evonik in Essen hat weitreichende Sparmaßnahmen bis zum Jahr 2029 angekündigt. Weltweit sollen etwa 3.200 Stellen wegfallen, davon 2.150 an den Standorten in Deutschland. Der Gründe dafür seien eine unsichere Weltpolitik und ein anhaltend schwaches Wirtschaftswachstum. Durch gesteigerte Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing will der Konzern seine Kosten senken. Bereits seit Oktober 2023 läuft ein Programm, das bis Ende 2026 rund 2.800 Stellen abbaut.
„In diesem Umfeld müssen wir stärker werden. Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand und wollen unsere Chancen nutzen“ - Christian Kullmann, Vorstandschef
Personalvorstand Thomas Wessel betont, dass der Abbau der Stellen künftig sozialverträglich gestaltet wird. Die genauen Details dazu erarbeite das Unternehmen in den kommenden Wochen gemeinsam mit den Sozialpartnern. Der Konzern prüfe zudem Optionen für Offshoring (die Verlagerung von Unternehmensfunktionen oder Geschäftsprozessen ins Ausland), um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Ziel der Maßnahmen unter dem Namen „Tailor Made“ ist eine schlankere Struktur der gesamten Verwaltung.
Evonik in Essen beendet Polyester-Geschäft
Zudem wird das Chemieunternehmen Evonik aus Essen im nächsten Jahr auch Geschäftsbereiche komplett einstellen. Zum Beispiel das weltweite Geschäft mit Polyester. Davon ist besonders der Standort Witten mit 266 Beschäftigten betroffen, da die Produktion dort vollständig schließt. Im Chemiepark Marl fallen durch diese Entscheidung weitere 45 Arbeitsplätze weg. Laut Konzernangaben war dieser Bereich seit Jahren nicht mehr profitabel und erwirtschafte nicht genügend.
„Der globale Wettbewerbsdruck, strukturelle Nachteile in Europa und eine sich verringernde Marktdynamik haben dazu geführt, dass keine der untersuchten Alternativen für Evonik wirtschaftlich dauerhaft tragbar gewesen wäre“ - Lauren Kjeldsen, Vorstandsmitglied
Evonik sieht in der Schließung der Polyester-Sparte einen wirtschaftlich alternativlosen Schritt. Neben den deutschen Standorten ist auch eine Produktionsanlage in Shanghai in China betroffen, wo 35 Stellen gestrichen werden. Das Unternehmen konzentriere sich künftig auf profitablere Geschäftsbereiche. Die Transformation des Konzerns soll die Marktposition im internationalen Wettbewerb langfristig sichern.