
Warum setzt Essen immer mehr auf KI?
Die Stadt Essen wird bis zum Jahr 2033 rund ein Viertel ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren, weil sie in Rente gehen. Insgesamt werden 2417 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Altersgründen ausscheiden. Das stellt die Stadt vor große Probleme, denn so viel neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird die Stadt nicht gewinnen können. Deshalb setzt die Stadt für bestimmte Aufgaben immer häufiger KI-Systeme ein.
Beispielweise beantwortet eine KI mittlerweile die Anrufe unter der Nummer 115 rund um die Uhr und sieben Tage in der Woche. Seit April diesen Jahres wird auch noch ein Übersetzungsprogramm eingesetzt, dass die Anfragen in mehreren Sprachen beantworten kann. Die Stadt nutzt außerdem ein Geoinformationssystem, mit dem ein digitaler Zwilling des Straßennetzes der Stadt erstellt wird. So können Straßenschäden automatisch erkannt und eine Strategie für die Reparaturen entwickelt werden.
Die Stadt testet außerdem gerade ein Plattform GovRadar, die komplexe Verwaltungsdokumente vereinfacht. Die KI-Systeme laufen auf zwei separaten Servern bei der Stadt. So stehen genügend Kapazitäten zur Verfügung, gleichzeitig sind die Daten der Verwaltung von der KI getrennt.
Welche Regeln gibt es in Essen für den Einsatz der KI?
In Essen darf die KI bei der Stadt keine Personalangelegenheiten bearbeiten und jede Form der algorithmischen Leistungs- und Verhaltenskontrolle wird strikt sanktioniert. Die Stadt setzt die Künstlichen Intelligenz so ein, dass transparent ist, wo und wie damit gearbeitet wird. Die KI ist kein Ersatz für menschliche Arbeitskraft. Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Schulungen zum Umgang mit der KI.
Die Stadt will außerdem ein KI-Kompetenzzentrum aufbauen, zusammen mit einem KI-Beirat und einem KI-Labor. Die Stelle des KI-Koordinators konnte bereits erfolgreich besetzt werden. Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt prüft außerdem immer, ob KI-Projekte umgesetzt werden können.
Wie geht es in Essen mit der KI weiter?
Die Stadt Essen hat in anderen Kommunen nachgefragt, wie diese KI bereits einsetzen. Danach setzen 77 Prozent der befragten 22 Kommunen bereits KI-Systeme ein. Die Stadt will in Zukunft noch öfter KI-Systeme bei der Prüfung von Rechnungen und Belegen und bei der Auswertung von Massendaten einsetzen. Schon jetzt zeigt die Erfahrung, dass bei der Rechnungsprüfung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich entlastet werden, außerdem ist die Qualität der Prüfung ebenfalls besser.