
Homecoming: Patrick Korte boxt nach zwei Jahren wieder in Essen
Der rote Strich auf dem Thermometer hat die 30 Grad-Marke schon überschritten. Ein Ventilator ist an der Decke, sonst nichts. Bei Patrick Korte tropfen die Schweißperlen vom Kopf. Trotzdem ist der Essener Boxer extrem fokussiert, hört sich die Hinweise von Trainer Ilias Essaoudi an. Und schon geht's weiter. Feste Schläge, laute Anfeuerungsrufe. "Ich bin in der besten Form, die ich je hatte", sagt Korte zu Radio Essen-Sportreporter Mario Arlt. Das fortgeschrittene Alter des 42-Jährigen spielt keine Rolle.
"Age is just a number. Ich schaffe es noch, meine Leistung zu verbessern. Solange ich den Arsch hochkriege, Spaß an der Sache habe, motiviert bin und einen Fortschritt sehe, mache ich weiter. Dementsprechend ist definitiv dieses Jahr noch kein Ende in Sicht", so Korte.
Bevor Korte an Abschied denkt, ist er nach zwei Jahren erstmal zurück zuhause. Am Freitag, 3. Juli, geht's unter dem Motto "Homecoming" in den Ring in der Eissporthalle Essen-West.
Patrick Korte vor Boxkampf in Essen "Bereit, wieder die Sonne zu sehen"
Die Rückkehr nach Essen wurde Zeit. Zuletzt hat Patrick Korte viel Erfahrung im Ausland und in anderen Städten gesammelt. Nicht immer lief alles glatt, wie bei einem frühen K.o. in Nigeria.
"Ich habe sprichwörtlich Scheiße gefressen die letzten Kämpfe und Jahre. Jetzt bin ich bereit, wieder die Sonne zu sehen."
Dass es für den nächsten Kampf wieder nach Essen gehen soll, war schnell klar.
"Essen ist meine Heimatstadt. Ich liebe Essen, ich lebe Essen. [...] Ich würde nie aus Essen wegziehen. Ich bin Borbecker, für viele eine schwierige Gegend, aber ich liebe Borbeck. Auch hier würde ich im besten Fall nie wegziehen."
Aufregung vor dem Kampf in seiner Heimat und vor seiner Familie sei schon da. Gegner Eugen Buchmüller hat es in sich, hat viel Erfahrung in der ganzen Welt gesammelt und ist keiner, der sich einfach geschlagen gibt. Er wurde bewusst gewählt, um dem Publikum einen Kampf auf Augenhöhe zu bieten.
Patrick Korte will mit neuem Trainer Statement in Essen setzen
Die Zuversicht ist Patrick Korte anzumerken. Die Leidenschaft sowieso.
"Wille oder Glaube versetzt Berge, das ist auch beim Boxen so. Es nützt nichts, wenn du der Beste im Training bist, die besten Ausdauerwerte hast, aber nicht den Willen und den Ehrgeiz hast, Schmerzen oder Schläge einzustecken, aber auch auszuteilen. [...] Ich bin öfters hingefallen, aber mittlerweile immer wieder aufgestanden. Ich glaube das zeigt, dass ich das aus Liebe und purem Willen mache."
Teilweise hat Korte zwölf Trainingseinheiten pro Woche absolviert und 36 Stunden gefastet. Einen großen Einfluss hat auch Trainer Ilias Essaoudi, selbst aktiver und sehr erfolgreicher Profiboxer.
Bei den Boxfreunden Gladbeck, was Essaoudi zusammen mit Partnern führt, läuft die finale Phase der Vorbereitung. Korte habe sich nochmal neu entwickelt, sagt der Coach. "Du schwitzt zusammen, du weinst zusammen, du feierst zusammen", sagt Essaoudi. Je näher der Kampf rücke, desto wichtiger werde jetzt aber die mentale Schiene.
"Ich weiß, wie ich bei ihm die richtigen Worte finde. Ich glaube ich bin in seinem Kopf drin, im positiven Sinne. Das wird am 3.7. ein Statement von ihm."
Ein Statement soll auch die gesamte Veranstaltung werden.
Tickets für Homecoming von Patrick Korte in Essen
Essen habe eine große Sportvielfalt, egal ob RWE, TUSEM oder im Boxen, die Sportarten halten zusammen, sagt Ilias Essaoudi, der auch das drumherum organisiert.
"Dieser Zusammenhalt in Essen ist einmalig. Das möchte ich in der Halle alle spüren lassen."
Tickets für das Homecoming von Patrick Korte gibt es bei "eventim" ab 32,79 Euro. Sitzplätze in Ringnähe kosten 90,62 Euro, ein Tribünenplatz 57,72 Euro. Die Hoffnung auf viele Fans und tolle Stimmung in der Halle ist groß, geboten wird viel. Einige Vorkämpfe wären auch einen Hauptkampf wert, ist sich Essaoudi sicher. Patrick Korte soll um 22:15 Uhr in den Ring steigen. Auch der Sport-Streamingdienst "DAZN" überträgt den Kampf aus Essen live in über 200 Länder.






