
Rot-Weiss Essen verschläft Anfangsphase
Rot-Weiss Essen gegen den FC Schweinfurt – auf dem Papier eine klare Angelegenheit. RWE ging nach fünf Siegen in Serie mit breiter Brust in den 32. Spieltag und konnte den Abstieg der Schweinfurter endgültig besiegeln. Am Ende wurden die Essener, wie schon in Köln mit Trikots in den Stadtfarben blau und gelb, ihrer Favoritenrolle gerecht.
Die Anfangsphase gehörte aber zunächst dem Tabellenletzten. Vor allem Michael Kostka, nach abgesessener Gelbsperre zurück in der Startelf, offenbarte in der Defensive einige Unsicherheiten. Zunächst scheiterte Forkel mit einer Direktabnahme an Essens Schlussmann Golz, kurz darauf musste Rios Alonso, ebenfalls zurück in der Anfangsformation, in höchster Not klären.
Danach kam Essen immer besser ins Spiel. Ramien Safi, für Marek Janssen in die Startelf rotiert, legte für Abiama auf, der jedoch an Schweinfurts Keeper Stahl scheiterte. In der Folge übernahm RWE die Kontrolle.
RWE trifft zwei Mal traumhaft
In der 25. Minute folgte die verdiente Führung – und die hatte Klasse. Brumme und Bouebari, das neue Traumduo auf der linken Seite, kombinierten sich sehenswert durch. Bouebaris Flanke fand Abiama am zweiten Pfosten, der den Ball technisch anspruchsvoll per Volley zur Führung verwertete. Essen blieb danach am Drücker, ließ jedoch zunächst die Chance liegen, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Abiama, Safi und Müsel vergaben gute Möglichkeiten auf das 2:0.
In der 39. Minute wurde es dann wild: Einen groben Patzer des Schweinfurter Keepers konnte Brumme zunächst nicht nutzen und traf nur den letzten Verteidiger auf der Linie. Doch RWE blieb wach, setzte nach – und wurde belohnt. Eine Flanke von Abiama verwertete Müsel mit einer traumhaften Direktabnahme zum längst überfälligen zweiten Treffer.
Sechster Sieg in Serie für RWE - Schweinfurt abgestiegen
Vor 1.101 mitgereisten Gästefans ließ es Rot-Weiss Essen zu Beginn der 2. Halbzeit erstmal ruhig angehen. Auch die Mannschaft von Trainer Jermaine Jones hatte dem bevorstehenden Abstieg nichts mehr entgegenzusetzen. Erst in der 63. Minute gab es erstmals Aufregung auf dem Platz, Schweinfurts Torwart Stahl foulte Safi als letzter Mann vor dem Strafraum und hätte mit Rot vom Platz gehen müssen, der Pfiff von Schiedsrichter Ballweg blieb aber aus - eine krasse Fehlentscheidung.
Danach nahm die Partie langsam mehr Schwung auf. Essen wurde aktiver und wollte das am Saisonende möglicherweise entscheidende Torverhältnis in die Höhe schrauben. Erst scheiterte Mizuta nach Vorlage des eingewechselten Janssen am Pfosten (67.), kurz darauf legte Mizuta für Obuz auf, der zum 3:0 traf (76.). Kaiser hatte sogar noch die Chance zum vierten Treffer, dann traf Schultz auf der anderen Seite nach einer Ecke unglücklich ins eigene Tor. Das änderte aber nichts am sechsten Sieg in Serie für RWE. Der 3:1-Endstand bedeutet für den FC Schweinfurt den Abstieg in die Regionalliga.
Rot-Weiss Essen weiter auf Aufstiegsplatz - Jetzt kommt Ingolstadt
Damit bleibt Rot-Weiss Essen mit 61 Punkten auf Platz 2 und macht sogar drei Punkte auf Tabellenführer Osnabrück gut. Doch auch die Konkurrenz sitzt weiter im Nacken der Essener, Duisburg bleibt durch den Sieg gegen Osnabrück vier Punkte hinter RWE, Cottbus hat 1860 München geschlagen und steht nur einen Punkt hinter den Essenern, hat aber das bessere Torverhältnis.
Noch sechs Spiele sind zu gehen, die englische Woche endet für RWE mit einem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt am Samstag (11. April). Ob RWE seine Siegesserie im engen Aufstiegskampf der 3. Liga fortsetzten kann? Das Spiel hört Ihr wie gewohnt live bei Radio Essen. Anstoß ist um 14 Uhr.
So haben sie gespielt:
Schweinfurt: Stahl - Trslic, Vakouftsis, Geis, Zeller - Krätschmr (73. Langhans), Latteier (57. Endres), Angleberger - S. Müller (46. Osawe), Shuranov, Forkel (46. Wintzheimer)
RWE: Golz - Kostka (74. Hüning), Schultz, Rios Alonso, Bouebari - Gjasula, Müsel (82. Reisig) - Abiama, Mizuta (82. Kaiser), Brumme (74. Obuz) - Safi (66. Janssen)
Tore: 0:1 Abiama (25.), 0:2 Müsel (39.), 0:3 Obuz (76.); 1:3 Schultz (Eigentor, 90.)
Gelbe Karten: Trislic (29.), Krätschmer (35.), Angleberger (36.), Endres (90.+4)
Schiedsrichter: Christian Ballweg (Zwingenberg).
Zuschauer: 3.877