Schnelles Internet und WLAN: Wie ist die Lage in Essen?

Deutschland und Internet sind nicht die besten Freunde, Status: wir arbeiten dran. Wie sieht es bei uns in Essen aus? Der Breitbandausbau läuft, bis Ende 2020 soll es in vielen Gewerbegebieten im ganzen Stadtgebiet Glasfaserkabel geben und damit auch schnelleres und zuverlässiges Internet. Davon profitieren dann zumindest auch einige Haushalte drum herum. Dazu wurde freies WLAN in der Innenstadt genehmigt. Wie empfindet Ihr DSL und Mobilfunk in der Stadt? Seid Ihr zufrieden in Eurem Stadtteil oder seid Ihr ständig auf Netzsuche?

Larissa Schmitz von Radio Essen sucht mit ihrem Handy auf dem Schreibtisch am Fenster nach gutem Empfang.
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Wie zufrieden seid Ihr mit dem Internet in Eurem Stadtteil?

Wer in Innenstadtnähe wohnt oder in den Studentenvierteln, wie Südviertel, Südostviertel, Rüttenscheid, der hat womöglich weniger Probleme mit der Internetleitung, als der Anwohner in Schuir oder Bredeney. Da haben einige Wohngebiete noch richtig alte Kupferkabel und sehr sehr langsame Leitungen. Wie geht Euch das?

Die Themen und Geschichten aus den Stadtteilen sowie Experteninterviews liefen am Social-Media-Sonntag im Oktober.

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Über eine Online-Umfrage an dieser Stelle habt Ihr uns viele Straßen und Stadtteile gemeldet, wo es entweder gut läuft mit dem Internet oder irgendwie gar nicht. Zusammenfassend kam raus, dass Essen eigentlich ein ziemlicher Flickenteppich ist. Selbst in jedem Stadtteil gab es wen, der "viel zu langsam angegeben hat und dann wieder wen, bei dem ist "alles tutti". Da fallen zum Beispiel Altendorf, Borbeck oder Freisenbruch drunter. Katernberg ist auch sehr gemischt, hier gibt es Straßen, da kommt fast nur 2mbit/Sekunde an. Das ist fast nichts und sehr langsam. Die Innenstadt und die Zentrumsnahem Viertel sind ganz gut versorgt. Da haben sich Essener aus dem Nordviertel gemeldet oder aus Steele und Rüttenscheid und können sich nicht über das DSL zuhause beklagen. Obwohl in Karnap schon einiges an Strecke mit Glasfaser ausgestattet ist, haben da auch viele noch über schlechtes Internet geklagt. Aber Glasfaster betrifft auch im Norden erst mal hauptsächlich Gewerbegebiete und Firmen.

Was den Mobilfunk angeht, ist Essen auch eher ein Streuselkuchen. Da haben einige geschrieben, dass sie selbst besseres Netz zwischen griechischen Inseln am Meer haben, statt im Ruhrgebiet. Oder auch der Bereich der Steeler Straße sei sehr schwierig. Da haben einige geschrieben, dass da am Handy, zum Beispiel in der Straßenbahn, gar nichts geht.


Breitbandausbau in Essen läuft

In Essen tasten wir uns langsam ran an ein Netzwerk aus Glasfaserkabeln. In vielen Bereichen kämpfen Internetanbieter und Essener noch mit Kuperkabeln, teilweise so alt, dass das Internet auch nur sehr langsam laufen kann. Seit Jahren versucht die Stadt Abhilfe zu schaffen mit Projekten zum Breitbandausbau, wie Essen.net. Das "Leuchtturmprojekt" hatte sich vor Jahren allerdings im Sande verlaufen, wurde an das Dortmunder Unternehmen DOKOM21 verkauft, kommt dort aber auch nur langsam und auf wenige Stadtteile beschränkt, in Gang.

Es gibt mittlerweile viele Kommunikations- und Stromunternehmen, die Glasfaser ausbauen, Projektweise in Straßenabschnitten oder aber privat gebucht für einzelne Haushalte. Sonst bleibt für viele Haushalte oft ein Problem: Glasfaser ist bis zu den Verteilerstellen in einem Viertel gelegt, aber in das eigene Haus führen weiter Kupferkabel, die auf den letzten Metern das Internet wieder drosseln.

Von Seiten der Stadt Essen läuft seit letztem Jahr endlich ein Ausbauprojekt für Breitband-Internet in Essen. Darum kümmert sich die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft zusammen mit der Telekom. Ende 2020 sollen über 9.500 Haushalte und über 500 Unternehmen mit Glasfaser ausgestattet sein. Das ist längst nicht das ganze Stadtgebiet und jeder Stadtteil hat dann nur Stellenweise, vor allen in und um Gewerbegebiete, Highspeed-Internet. Danach stehen aber wohl weitere Ausbauprojekte in den Startlöchern, sagt die EWG. Heißt also für viele Essener weiter abwarten.

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Für die jetzige Ausbauphase wurde die Stadt in acht Bauphasen oder Cluster unterteilt und die werden nach und nach abgearbeitet. Aktuell (Oktober 2019) wird im Abschnitt 1 und 2 gearbeitet und Abschnitt 1, also Karnap, Altenessen bis zur Stadtmitte, ist so gut wie fertig. Die Karte der Stadt zeigt Euch, wann Euer Stadtteil beim Breitbandausbau dran ist. Außerdem könnt Ihr Euch noch mehr informieren und bei Breitbandkoordinator Uwe Breder von der EWG Eure Fragen stellen.

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Alternativen in Essen: Freies WLAN und Freifunk

Nicht nur zu Hause ist schnelles Internet gut, auch unterwegs wollen wir ständig surfen können und am besten wenig Datenvolumen verbrauchen. Auch da ist Essen nicht ganz vorn mit dabei, aber die Gedanken gehen endlich in die richtige Richtung. Freies WLAN wurde erst im September für die Innenstadt genehmigt. Damit soll es bald WLAN-Hotspots am Kennedyplatz, am Burgplatz und am Willy-Brandt-Platz geben. Hotels oder Geschäfte haben schon länger solche Hotspots für ihre Kunden. Wenn wir alle Hotels, Geschäfte, Cafés usw. zusammenzählen, dann haben wir in Essen ca. 227 freie gewerbliche WLAN-Hotspots, die wir nutzen können.

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Würdet Ihr denn das freie WLAN in der Innenstadt nutzen?

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Als Alternative gibt es dann auch den Freifunk bei uns in Essen. Das ist ganz vereinfacht gesagt, ein Community-Netzwerk aus freien und kostenlosen Hotspots, die aber alle miteinander vernetzt sind und so für einen stabileren Datenaustausch sorgen. Da kann jeder mit seinem Router und einer bestimmten Software mitmachen und etwas von seinem Internet für alle bereitstellen. Die Freifunk-Software schützt z.B. vor illegalen Downloads, ist aber ohne Passwort oder Registrierung einfach von außen nutzbar. Einmal eingewählt, läuft das Internet und Ihr wählt Euch in jeden Freifunk-Hotspot automatisch ein. Durch die fehlende Registrierung werden auch keine Daten von Euch abgegriffen, wie bei gewerblichen Hotspots. Es ist ein ehrenamtliches Netzwerk mit aktuell über 300 Spots in Essen.

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Hat Essen das Zeug zu einer 5G-Stadt?

Während der ein oder andere von uns in Essen noch versucht Slalom um die Funklöcher zu laufen, planen die Mobilfunk-Unternehmen schon an 5G-Antennen. Riesige Auktion gab es zu den Frequenzen in diesem Jahr. Monatelang haben die Firmen geboten und Millarden Euro dafür hingeblettert. Immer ganz vorn mit dabei ist natürlich die Telekom. Wann Essen eine 5G-Stadt werden kann, konnte uns die TELEKOM nicht sagen. Erst mal sind die Landeshauptstädte dran. aber die Grundlage für 5G, nämlich 4G oder LTE-Antennen, die sieht schon ganz gut aus bei uns. Generell hat da die TELEKOM wohl bis auf ein Prozent die Auflagen vom Bund schon geschafft. Bis Ende 2019 muss 98 Prozent von Deutschland mit 4G ausgestattet sein.

5G bekommt sicherlich auch wieder Auflagen. Da hat die TELEKOM aber selbst ein ambitioniertes Ziel: Bis 2025 soll fast die ganze Bevölkerung und 90 Prozent von Deutschland 5G empfangen können. Erste Antennen gibt es in Berlin, Köln, München, Bonn und Darmstadt. Vodafone hat auch schon in Düsseldorf angefangen. Die Telefonica GmbH mit O2 fokussiert sich erst mal auf große Firmen und setzt dadurch auch unter anderem in Berlin und München an.

Netzsuche in Essen - ein Streuselkuchen

Wir kennen es alle - die Netzsuche! Geht es an höheren Orten und am Fenster besser? Haben wir da zwei Balken, statt einen? 4G statt E? Moderatorin Larissa Schmitz hat sich auf Netzsuche begeben.

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