
Der japanische Staudenknöterich in Essen
Der japanische Staudenknöterich stammt, wie der Name schon sagt, aus Japan - und ist cooler, als sein Name klingt. Er wuchert seit den 1980ern überall im Ruhrgebiet und ist eine echte Plage für jeden Gärtner. Denn das Unkraut ist kaum wegzukriegen. Bernhard Demel ist Umweltwissenschaftler und leitet die Botanik-Gruppe beim Naturschutzbund Essen. Mit leicht ironischem Unterton präsentiert er die perfekte Lösung:
"Der Mensch schafft eigentlich alles auszurotten. Warum sollte er es nicht schaffen, den Staudenknöterich auszurotten, wenn wir alle dagegen anessen?"
Also: Ab in den Kochtopf damit. Wegen seinem säuerlichen Geschmack nennt man den Knöterich auch "Ruhr-Rhabarber". In Zucker erhitzt und eingekocht, wird der "Ruhr-Rhabarber" zu einem leckeren "Ruhr-Rhabarber"-Kompott. Und das beste: Er ist umsonst.
Wie kann ich den japanischen Staudenknöterich erkennen?
Die Pflanze sieht ein wenig aus wie Spargel oder Bambus. Die Stängel sind saftig-grün und rot gesprenkelt. Der Knöterich darf nicht zu hart sein beim Ernten, innen sollte er saftig sein. Perfekt ist er, wenn er circa 25 Zentimeter hoch ist und wenn es beim Abknicken laut "ploppt".
Welche Gefahren gibt es in Essen?
Brennnesseln und Bärenklau wachsen gerne neben dem japanischen Staudenknöterich. Insbesondere der große Bärenklau wächst viel in Essen und kann beim Berühren zu schlimmen Verbrennungen führen. Also Augen auf beim Pflücken! Auch gilt: Immer über Kniehöhe pflücken, damit man sich keinen Fuchsbandwurm einfängt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Ernte am besten gründlich abwaschen oder bei 60 Grad erhitzen und einkochen.
Ganz ähnlich wie beim bekannten Rhabarber aus dem Garten oder Supermarkt kann man auch nicht Unmengen vom "Ruhr-Rhabarber" essen, wenn man zum Beispiel Gicht oder Nierenprobleme hat. Ansonsten ist der Knöterich aber gesund, denn er ist voll mit Antioxidantien und Vitamin A und C.
Wo in Essen finde ich den japanischen Staudenknöterich?
Wenn Ihr einen Blick aus der S6 wagt in Richtung Köln-Worringen, könnt Ihr den Staudenknöterich überall an den Gleisen wachsen sehen. Dort sollte man ihn aber nicht pflücken. Der Ort ist nicht nur gefährlich wegen des Bahnverkehrs, sondern es sammeln sich auch Schadstoffe in der Pflanze an. Deswegen solltet Ihr die Pflanze auch nicht in Autobahn-Nähe pflücken.
Ansonsten gilt: Den Staudenknöterich immer gut waschen und abkochen, für den Fall, dass dort Hunde ihr Geschäft machen. Am besten sucht Ihr eine Stelle in der Natur, die etwas fernab ist. Das geht zum Beispiel auf der Brehminsel in Werden, am Baldeneysee, im Segeroth-Park oder am Ruhr-Radweg. Die ideale Erntezeit ist von März bis Mai.
Und dann ab in die Küche: Aus den Stängeln kann man zum Beispiel Rhabarber-Kompott kochen. In den Kuchen kann der "Ruhr-Rhabarber" auch rein. Aber es geht auch herzhaft: Mit Zwiebeln und Sojasoße in der Pfanne. Oder man schält die Stängel und knabbert sie dann einfach weg. Lasst es euch schmecken!



