
Rot-Weiss Essen mitten im Aufstiegskracher
Für Rot-Weiss Essen war die Ausgangslage vor dem Duell gegen den direkten Konkurrenten FC Energie Cottbus klar: Der achte Sieg in Serie sollte her, um einen weiteren Schritt in Richtung Aufstieg zu gehen. Allerdings mussten auch die Hausherren aus Brandenburg dringend gewinnen, um nicht den Anschluss an die Aufstiegsplätze zu verlieren. Der Tabellenzweite aus Essen konnte also etwas befreiter aufspielen, kam in der Anfangsphase auch etwas besser ins Spiel und zeigte sich von Beginn an aktiv.
Für den ersten Aufreger der Partie sorgte Mizuta in der 15. Spielminute. Er kam nach einem weiten Einwurf an den Ball und sorgte für einen vielversprechenden Abschluss. Dieser wurde allerdings von Awortwie-Grant mit der Hand geblockt. Die RWE-Fans forderten daraufhin lautstark einen Elfmeter, der Pfiff blieb jedoch aus. RWE ließ sich davon jedoch nicht unterkriegen. Sieben Minuten später zog Janssen von halblinker Position einfach mal ab und prüfte Energie-Keeper Funk. Dieser konnte den Schuss jedoch nur direkt vor die Füße von Ramien Safi abwehren, der den Ball locker ins Tor einschob.
Mit seinem vierten Tor insgesamt gegen die Cottbuser bildete sich auch eine große Jubeltraube der Essener Bank um den Offensivspieler. Die Freude sollte jedoch nicht lange halten. Nach einer intensiven Druckphase der Hausherren war es Erik Engelhardt, der den Ball nach einem Zuspiel von Awortwie-Grant platziert im linken unteren Eck zum 1:1-Ausgleich unterbringen konnte. RWE-Torwart Jakob Golz war dabei chancenlos.
Die Reaktion auf den Gegentreffer folgte prompt: Mizuta brachte den Ball nach einer Ecke auf Torben Müsel, der die Kugel nur noch einköpfen musste. Energie Cottbus beschwerte sich nach dem Treffer beim Schiedsrichtergespann wegen einer mutmaßlichen Abseitsposition. Allerdings stand ein Cottbuser noch auf der Linie und hob das Abseits auf. Der 2:1-Führungstreffer für Rot-Weiss Essen war also regulär und sorgte erneut für großen Jubel im Essener Lager. Mit diesem Ergebnis ging es für die Mannschaften und den sichtlich zufriedenen RWE-Trainer Uwe Koschinat in die Halbzeitpause.
RWE mit Horrorminuten
Rot-Weiss Essen erwischte im zweiten Durchgang einen Start nach Maß. Nach einem Eckball von Mizuta landete der Ball über Umwege bei Marek Janssen, der die Kugel mit dem rechten Schlappen im Tor der Cottbuser zur 3:1-Führung unterbrachte. Dass RWE mehr wollte, hatte sich bereits zuvor gezeigt. Unter anderem sorgte Abiama mit einem Flugkopfball für Gefahr. Dieser scheiterte allerdings noch, ehe sich die Essener durch Janssen weiter absetzen konnten.
Infolge des Gegentreffers machte Energie Cottbus noch einmal ordentlich Druck und kam zu gleich mehreren hochkarätigen Torchancen durch Engelhardt, Borgmann und Cigerci. Letzterer hatte in der 73. Spielminute die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Zuvor war Energie Cottbus in den Strafraum eingedrungen, wo einerseits Hüning den Cottbuser Moustfa foulte, allerdings auch Schultz gegen Engelhardt zu spät kam. Beim zweiten Foul entschied der eigentliche Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hartmann dann auf Elfmeter. Tolcay Cigerci, der von den Cottbuser Anhängern den Beinamen „Fußballgott“ erhalten hat, ließ sich die Chance nicht nehmen und traf souverän zum 3:2-Anschlusstreffer aus Sicht der Essener. Damit gaben sich die Gastgeber allerdings noch nicht zufrieden.
In der 78. Spielminute nutzte Cottbus erneut einen ruhenden Ball. Bei einem Freistoß von der rechten Seite spielte Cigerci den Ball über die Mauer hinweg und an allen Spielern vorbei direkt ins Tor zum 3:3-Ausgleich. Vermutlich war der Ball eigentlich als Flanke gedacht, das dürfte das bebende Stadion der Freundschaft jedoch nicht gestört haben. Von den eigenen Fans getragen drehte Cottbus weiter auf, und „Fußballgott“ Cigerci schnürte innerhalb von neun Minuten einen lupenreinen Hattrick. An der Mittellinie kam der Spieler des Spiels an den Ball und marschierte im Alleingang nach vorne. Aus rund 18 Metern zog er ab und versenkte die Kugel traumhaft im rechten Winkel. Damit gab Rot-Weiss Essen das Spiel innerhalb weniger Minuten aus der Hand und musste in der Schlussphase einem 3:4-Rückstand hinterherlaufen.
In den letzten Minuten fiel auch noch ein weiteres Tor, allerdings nicht für RWE. Das Team von Trainer Uwe Koschinat wollte noch einmal alles nach vorne werfen, dadurch taten sich hinten jedoch zwangsläufig Räume auf. Biankadi kam in einer solchen Situation an den Ball und schob die Kugel am herausstürmenden Golz vorbei zum 5:3-Endstand für Energie Cottbus ein. Trotz der Niederlage bleiben die Essener weiterhin auf einem direkten Aufstiegsplatz. Das Polster auf die Nichtaufstiegsplätze ist damit jedoch aufgebraucht, sodass RWE in der kommenden Woche gegen Saarbrücken weiter gefordert ist.