
Lost Places in Essen: Immer wieder Einbrüche und Brände
In Essen ärgern sich viele über leerstehende Häuser. Immer wieder brennt es, Menschen brechen ein und nehmen dort Drogen. Zuletzt wurden in einem Haus zwei Tote gefunden. So geht es an drei Standorten weiter.
Veröffentlicht: Freitag, 29.05.2026 05:03
Was passiert mit dem leerstehende Gebäude in Essen an der Hachestraße?
Die Fenster sind zerschlagen, es stinkt, überall liegt Müll und Gerümpel. So sieht es immer wieder in leerstehenden Häusern in Essen aus. Zum Beispiel in dem Gebäude des früheren Bauunternehmens Harfid, das insolvent gegangen ist. Das steht an der Hachestraße 34 in der Innenstadt. Aktuell ist drumherum wenig Betrieb - die große Citybahn-Baustelle hält Autofahrerinnen und Spaziergänger fern. Und direkt nebenan (Hachestraße 32) steht das Gebäude, in dem früher die DRK-Rettungswache war, ebenfalls leer. Für einige, etwa wohnungslose oder drogenabhängige Menschen, sind das gute Bedingungen. Sie brechen immer wieder in die Häuser ein. Dabei halten sie auch Bauzäune oder mit Holz vernagelte Fenster nicht auf. Die Stadt steht in Kontakt mit den Eigentümern und verpflichtet sie ständig wieder dazu die Gebäude besser abzusichern. Beim Harfid-Haus erweist sich das aber als zäh, sagt die Stadt, weil der Eigentümer gewechselt hat und der Wechsel noch nicht im Grundbuch verzeichnet ist. Der neue Eigentümer kann also noch nicht in die Pflicht genommen werden. Die Stadt prüft gerade, ob sie das Gebäude selbst absichert und die Kosten dann beim Eigentümer in Rechnung stellt. Trotzdem wird auch die Stadt die Einbrecher nicht auf Dauer fernhalten können. Und es besteht das Risiko, dass der Eigentümer die entstandenen Kosten nicht zurückzahlen kann. Deswegen ist so ein Handeln immer gründlich abzuwägen, sagt die Stadt.
Der Stadt sind bisher keine Pläne oder Bauanträge für das Harfid-Gebäude bekannt. Es wird also wohl weiterhin immer wieder zu Einsätzen von Polizei und Feuerwehr kommen.
Tote in Essen gefunden: Was passiert mit dem leerstehenden Haus an der Maxstraße?
Die Polizei Essen muss auch immer wieder zum leerstehenden Gebäude an der Maxstraße 56 im Westviertel ausrücken. Dort war bis 2018 die Jugendgerichtshilfe des Jugendamts untergebracht. Sie ist dann aber nach Rüttenscheid ins "Haus des Jugendrechts" gezogen, wo das Jugendamt bei Verfahren gegen jugendliche Straftäter enger mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen arbeiten kann. Mittlerweile ist das dreigeschossige Gebäude an der Maxstraße verwahrlost. Die Einsatzkräfte müssen immer wieder dorthin ausrücken. Im Februar hat es gebrannt, im März brauchte eine Person medizinische Hilfe und es gab eine Körperverletzung. Am Abend des 16. April wurde ein 46 Jahre alter Mann tot in dem Haus gefunden. Die Polizei hat Hinweise darauf, dass er zur Drogenszene gehört. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass jemand ihn umgebracht hat. Das Todesermittlungsverfahren läuft noch. Am 06. Mai hat die Polizei dann eine weitere Person tot in dem Haus gefunden. Auch hier laufen die Ermittlungen noch. Die Polizei sagt, dass sie bei ihren Einsätzen in der Maxstraße immer wieder Spritzen und Materialien zum Aufkochen von Drogen findet.
Die Suchthilfe, die nur wenige Meter weiter an der Hoffnungsstraße sitzt, kennt das Gebäude. Weil dort aber Müllberge, Fäkalien und Spritzen liegen, gehen Streetworkerinnen und Streetworker nicht mehr rein. Die Arbeitssicherheit sei nicht gewährleistet. Sie versuchen stattdessen drogenabhängige Menschen vor dem Gebäude anzusprechen, sie zu beraten und auf Unterstützungsmöglichkeiten hinzuweisen. Das Problem: Wer nicht in Essen gemeldet ist, kann die Übernachtungsmöglichkeiten der Suchthilfe, die Substitutionsangebote und den Drogenkonsumraum nicht nutzen. Außerdem gibt es bei der Suchthilfe Regeln zum Drogenkonsum und im Drogenkonsumraum darf zum Beispiel kein mit Ammoniak hergestelltes Crack genommen werden. Das hält viele fern. Einige Menschen haben auch Hausverbot bei der Suchthilfe, weil sie gewalttätig geworden sind.
Das Gebäude an der Maxstraße ist daher für viele ein Rückzugsort. Die Stadt hatte den Eigentümer des Gebäudes zuletzt aufgefordert, es nochmal besser abzusichern. Diese Woche sollte es zwangsversteigert werden. Allerdings wurde kein Gebot abgegeben, sagt das Amtsgericht auf Radio Essen-Nachfrage. Das Verfahren ist deswegen erstmal gestoppt. Wenn die Gläubiger das Gebäude weiterhin zwangsversteigern wollen, wird ein neuer Termin angesetzt.
Was passiert mit dem leerstehenden Haus in Altenssen?
In Altenessen ist vielen Menschen das leerstehende Haus an der Karlstraße 191, Ecke Heßlerstraße ein Dorn im Auge. 2020 musste es geräumt werden, weil es in den einzelnen Wohnungen kein Wasser gab. Zusätzlich gab es Bedenken bei der Statik. Deswegen wurden der Bürgersteig und ein Teil der Straße davor zwischen April 2025 und März 2026 abgesperrt. Mittlerweile gibt es eine Baugenehmigung, um das Haus mit Laden in ein Haus mit acht Wohnungen umzubauen. Diese Baugenehmigung ist drei Jahre gültig. Der Eigentümer kann also jederzeit mit dem Umbau starten.

