
Testkäufe in Essen zeigen viele Verstöße
Im Januar 2026 hat das Ordnungsamt in Essen gezielte Testkäufe durchgeführt. Dabei sollten Jugendliche prüfen, ob sie in Kiosken und Trinkhallen Lachgas kaufen können. Insgesamt wurden 25 Betriebe kontrolliert, die bereits im Vorjahr aufgefallen waren, weil sie Lachgas verkauft hatten. Unterstützt wurde die Aktion von sechs freiwilligen Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren. Sie versuchten an insgesamt vier Tagen, Lachgas in den Geschäften zu kaufen. In zwölf Fällen - also in fast der Hälfte - konnten die minderjährigen Testkäufer Lachgas problemlos erwerben. In zehn Geschäften wurde der Verkauf nach einer mündlichen Nachfrage abgelehnt. Drei Betriebe hatten das Produkt gar nicht mehr im Sortiment.
Keine Ausweiskontrollen bei Lachgas-Verkäufen
Besonders auffällig: In keinem der beanstandeten Fälle wurde ein Ausweis kontrolliert. Teilweise lagen die Lachgas-Kartuschen frei zugänglich im Verkaufsraum. In einigen Fällen bekamen die Jugendlichen sogar Zubehör wie Luftballons oder Aufsätze dazu - typische Hilfsmittel für den Konsum von Lachgas.
Stadt Essen leitet Verfahren ein
Bereits im August und September 2025 hatte die Stadt Essen insgesamt 103 Betriebe kontrolliert und über das neue Verkaufsverbot informiert. Damals wurde festgestellt, dass 25 Betriebe Lachgas noch im Sortiment hatten. Genau diese Geschäfte standen jetzt erneut im Fokus der Testkäufe. Zum Zeitpunkt der erneuten Kontrollen boten noch 22 der 25 Betriebe weiterhin Lachgas an. Gegen die betroffenen Betriebe hat die Stadt Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Ihnen drohen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro. Wie hoch die Strafen am Ende ausfallen, wird in den laufenden Verfahren entschieden. Die Stadt kündigt an, die Kontrollen fortzusetzen. Ziel ist es, den Jugendschutz zu stärken und die Einhaltung der Regeln besser durchzusetzen.
Hintergrund: Lachgas-Verbot für Minderjährige in Essen
Seit Juli 2025 gilt in Essen ein Verbot für den Verkauf von Lachgas an Minderjährige. Hintergrund ist der zunehmende Missbrauch von Lachgas unter Jugendlichen. Das Gas kann beim Einatmen gesundheitliche Schäden verursachen und birgt vor allem bei häufigem Konsum erhebliche Risiken. Die aktuellen Ergebnisse zeigen aus Sicht der Stadt deutlich, dass weiterhin ein hoher Kontroll- und Aufklärungsbedarf besteht.