
Iraner aus Essen hoffen auf Sturz des Regimes
Die USA und Israel haben am letzten Februarwochenende den Iran angegriffen. Dabei wurde Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran hat mit Gegenangriffen reagiert, auf Israel und US-Militärstützpunkte in anderen Golfstaaten. Dabei wird er unterstützt von der libanesischen Hisbollah-Miliz. Der Luftraum wurde wegen der Bombardierungen geschlossen, zehntausende deutsche Urlauber sitzen in der Golfregion fest. So ist die Lage am Montagmorgen (02. März). Das beschäftigt viele Menschen in Essen. Der iranische Verein Woman Life Freedom aus Rüttenscheid nennt die Angriffe "eine reale Aussicht auf Befreiung" und ein "Schlag gegen ihre Unterdrücker." Das iranische Volk werde seit Jahrzehnten vom Regime unterdrückt, alleine schafften es die Menschen nicht, es zu stürzen.
Wichtig sei es, dass die Menschen in Deutschland mitbekommen, was genau im Iran los ist. Das sagt Davood Hosseini, 1. Vorsitzender des Vereins im Interview mit Radio Essen.
Das ist nicht einfach ein wilder Krieg.
Freude in Essen über Angriffe auf Iran
So sieht das auch Maryam Alizadeh, Leiterin der Stadtteilbibliothek in Essen-Freisenbruch. Sie kommt ursprünglich aus dem Iran und sagt, aus lauter Verzweiflung freut sie sich über die Angriffe.
"Man möchte eigentlich nicht innerlich, dass mein Land bombardiert wird. Aber es war mit einem tränenden und einem lachenden Auge. Weil die Freude war auch sehr groß, dass endlich nach 47 Jahren dieses Regime gestürzt wird."
Noch ist das Regime im Iran nicht gestürzt, aber Maryam Alizadeh hat ganz viel Hoffnung. Sie möchte ihr Heimatland wieder aufblühen sehen und sie möchte, dass die vielen jungen Protestierenden, die aktuell in den Gefängnissen sitzen, freikommen. Die jungen Leute im Iran seien ähnlich eingestellt wie die in Deutschland. Sie wollen eine Demokratie aufbauen, sagt sie.