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Fünf Jahre nach Hochwasserkatastrophe in Essen: Wie sieht es heute aus?
© Radio Essen
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Fünf Jahre nach Hochwasserkatastrophe in Essen: Wie sieht es heute aus?

Fünf Jahre ist die Hochwasserkatastrophe in Essen her. Tief Bernd ließ im Sommer 2021 mit riesigen Regenmengen den Deilbach und die Ruhr überlaufen. So sieht es in Essen heute aus.

Veröffentlicht: Dienstag, 14.07.2026 03:35

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Wie sieht es in Essen nach der Hochwasserkatastrophe von 2021 aus?

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Juli 2021 - Tagelange Überschwemmungen in Essen. Grund waren Regenmassen, die den Deilbach und die Ruhr überlaufen ließen. Wir schauen, wie es fünf Jahre später in Essen aussieht. Denn einige Baustellen haben sich Zeit gelassen.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 stand zum Beispiel der Hockeyplatz vom HTC Kupferdreh komplett unter Wasser. Die Stadt Essen wollte die neue Anlage dann auch mit Hochwasserschutzmaßnahmen ausstatten. Im Spätsommer 2025 konnte der neue Sportplatz am Eisenhammer eröffnet werden. Das Freibad Steele 11 konnte im Mai 2024 wieder aufmachen. Das Freibad hat dazu einiges hinter sich: Es war nicht nur bei der Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren überschwemmt, sondern auch im Winter 2023 - da blieb das Schwimmbecken aber verschont.

Kompliziert war es auch mit der Moornixe. Das Ausflugsschiff war das erste Schiff der Weißen Flotte Baldeney. Das Schiff wurde beim Hochwasser von einem treibenden Baum mitgerissen und zerstört. Die Moornixe musste vom Grund der Ruhr geborgen werden. Das Schiffswrack war lange in Mülheim, beim Transport zurück nach Essen gab es immer wieder Probleme. Mittlerweile ist die Moornixe zurück in Essen. Am Spillenburger Wehr zwischen Bergerhausen und Steele erinnert das Wrack heute als Denkmahl an die Jahrhundertflut, die andere Teile von NRW noch viel heftiger getroffen hatte.

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Fünf Jahre nach Hochwasserkatastrophe in Essen: Wie sieht es heute aus?
© Radio Essen / Kostas Mitsalis
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Deilbach in Essen wurde zum reißenden Fluss

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Der Deilbach floss vor fünf Jahren unterirdisch durch ein Gewölbe unter der Speditionsfirma Torwesten. Durch die Regenmassen wurde aus dem schmalen Bächlein im Juli 2021 ein reißender Fluss. Ein Tanklaster ist in das Gewölbe gesackt. Auch Jahre später klaffte auf dem Gelände der Speditionsfirma das Loch. Im Mai 2024 wollte die Stadt mit den Bauarbeiten an dem alten Gewölbe starten, unterbrochen wurden die Arbeiten durch Fledermäuse. Die geschützten Tiere leben in dem Gewölbe und ziehen dort ihre Jungen auf - dabei sollten sie durch die Bauarbeiten nicht gestört werden. Mittlerweile ist das Loch seit rund 1,5 Jahren wieder geschlossen.

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Fünf Jahre nach Hochwasserkatastrophe in Essen: Wie sieht es heute aus?
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Der Tanzsaal des Gymnasiums Werden wurde lange renoviert

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Die Bauarbeiten am Gymnasium Essen Werden wurden von der Stadt Essen intensive betreut und sind mittlerweile komplett abgeschlossen. Mit Ausnahme des Tanzsaals im Kellergeschoss waren alle notwendigen Sanierungsmaßnahmen in Rekordzeit bis Anfang 2022 fertig. Bei dem Tanzsaal waren die Maßnahmen, die durchgeführt werden mussten allerdings etwas umfangreicher und haben somit länger gedauert. Der Saal ist seit dem April diesen Jahres wieder zur Nutzung freigegeben. Die Schule und der Schulträger haben aus der Flutkatastrophe gelernt und sämtliche Elektroinstallationen, die für den Betrieb der Schule grundlegend sind, in das Erdgeschoss verlegt, genauso wie das Archiv der Abschlusszeugnisse. Der Kellerschacht vor dem Tanzsaal wurde flutsicherer gemacht und auch die Fenster wurden so gestaltet, dass das Eindringen von Wasser verhindert wird. Die Pumpenanlagen wurden überprüft und verbessert. Im Tanzsaal selber wurde architektonische Verbesserungen vorgenommen, so dass, trotz der kleineren Fenster, der Saal heller ist, als vor der Katastrophe.

Vieles was im Keller gelagert wurde, z.B. der Kostümfundus für das Fach Tanz, konnten durch großzügige Spenden wieder beschafft werden. Der Oberbürgermeister hatte dem Gymnasium schnelle Hilfe zugesagt, die auch so umgesetzt wurde, so dass der reguläre Schulbetrieb innerhalb weniger Wochen direkt zu Schulbeginn nach den Sommerferien ohne größere Einschränkungen wieder aufgenommen werden konnte.

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Was macht die Stadt Essen für den Schutz vor Hochwasser?

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Im April 2025 hat die Stadt Essen ein Hochwasserschutzkonzept fertiggestellt. Seit dem heißt es warten auf die Rückmeldung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in NRW. Die Stadt Essen plant außerdem, Anwohnerinnen und Anwohner in Risikogebieten über Vorsorgemaßnahmen zu informieren.

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Was sagen Essener Hilfsorganisationen fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe?

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Auch mehrere Jahre nach der Katastrophe sei an vielen Stellen gesetzlich immer noch nicht geregelt, inwiefern Hilfsorganisationen Betroffenen helfen dürfen, sagt Dirk W. Piek von der Hilfsorganisation Help. Es gebe nach wie vor Reformbedarf, damit man bei weiteren Katastrophen in der Zukunft vorbereitet wäre. Die Organisation habe Hunderttausende Menschen in Deutschland unterstützt, zum Beispiel mit Werkzeug und Geräten für die Aufräumarbeiten.

Die Diakonie baut Anlaufstellen zum Katastrophenschutz auf - in Erftstadt, Eschweiler und Hönningen. Fünf Jahre nach der Hochwasserkatastrophe seien fast alle eingegangenen Spendengelder (47,87 Millionen Euro) aufgebraucht oder für laufende Projekte verplant, heißt es von der Diakonie.

Die Malteser sagen, Bund, Länder und Kommunen müssen sich auf unterschiedliche Gefahren einstellen, zum Beispiel weitere Naturkatastrophen - das bisherige Tempo bei der Zusammenarbeit sei ausbaufähig.

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