
Footballverein aus Essen vor dem Aus: Assindia Cardinals brauchen Spenden
Die Assindia Cardinals aus Essen sind im Umbruch. Spieler und Vorstandsmitglieder sind gegangen, es fehlen Sponsoren und der Verein hat Schulden. Trotzdem soll es weitergehen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.06.2026 12:16
Wie ist die Situation bei den Assindia Cardinals in Essen?
Es brodelt bei den Assindia Cardinals in Essen, die Stimmung ist angespannt. Schon im April hat die 1. Mannschaft des Football-Vereins überraschend angekündigt, dass sie diese Saison nicht spielen wird. Die Gründe der Mannschaft: Zu wenige Trainer, zu wenige gute und motivierte Spieler. Der Vorstand hatte keine andere Wahl, als die Entscheidung zu akzeptieren. Jetzt hat der Traditions-Verein von 1983 mit über 300 Mitgliedern eine Spendenkampagne ins Leben gerufen. Er braucht 40.000 Euro. Wie konnte es zu dieser Situation kommen?
"Es hat eine lange, lange Kette von vielen unterschiedlichen Faktoren dazu geführt, dass wir gerade da stehen, wo wir jetzt sind", sagt Matthias Kodinger aus dem Vorstand. "Die Ankündigung [...], dass wir unser Herren-Team aus der Regionalliga-West zurückziehen müssen, war so der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufgen gebracht hat."
Warum haben die Assindia Cardinals finanzielle Probleme?
Finanzielle Probleme hat der Football-Verein aus Essen schon etwas länger. Aufgefallen seien sie, als der Steuerberater des Vereins aufgehört hat und ein Wechsel anstand. Damals kam raus, dass zwischen 2021 und 2024 keine Steuererklärungen abgegeben wurden. In diesem Zusammenhang räumt Matthias Kodinger selbst Fehler ein. Der Vorstand hätte beim Steuerberater nachhaken müssen. Das ist nicht passiert. Die Folge: Lohnsteuernachzahlungen für die Trainer, Rückstände aus Gewerbe- und Körperschaftssteuern und letztendlich mussten auch noch Corona-Hilfen zurückgezahlt werden.
Trainer in Sportvereinen bekommen in der Regel Übungsleiterspauschalen ausgezahlt. Allerdings gibt es im Football rund zehn Trainer pro Team, nicht alle haben eine Trainerlizenz. Deswegen wollte das Finanzamt laut Matthias Kodinger, dass entweder eine Lohnsteuernachzahlung folgt oder die Trainer festangestellt werden. Letzteres sei aber nicht möglich, weil die Trainer ehrenamtlich arbeiten und der Verein nicht für jeden Sozialabgaben zahlen könne.
Der Präsident des Vereins hat sein Amt in der Zwischenzeit aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt, ein anderes Vorstandsmitglied ist ebenfalls gegangen. Aktuell sind noch zwei von vier Vorstandsmitgliedern übrig.
Wie viele Football-Spieler sind in Essen noch übrig?
Auch die Zahl der Spieler bei dem Footballverein aus Essen ist deutlich geschrumpft. Schon im letzten Jahr hat sich die U19-Mannschaft aufgelöst. Die Spieler waren nicht zufrieden mit ihren Ergebnissen und es gab einige Wechsel. Die Spieler der ersten Mannschaft sind zwar noch Mitglieder bei den Cardinals, aber die 35 Spielerpässe wurden freigegeben. Das heißt, die Spieler können jetzt in anderen Vereinen spielen. Fünf Spieler kommen aktuell noch zum Training bei den Cardinals, sagt Matthias Kodinger. Er ist optimistisch, dass neue Spieler rekrutiert werden und die Mannschaft wieder aufgebaut werden kann. Es gebe auch noch Trainier, die Lust hätten das in Angriff zu nehmen. Bis Herbst soll es also in den Wiederaufbau gehen, sagt Matthias Kodinger. Aber damit das Zukunft hat, muss der Verein finanziell wieder auf festen Boden kommen.
Warum brauchen die Assindia Cardinals aus Essen Spenden?
Die eigentlichen finanziellen Probleme hätte der Verein aus Essen noch irgendwie gestemmt bekommen, sagt Matthias Kodinger. Aber durch die Absage der 1. Mannschaft für die Regionalliga diese Saison, sind auch Sponsoren weggefallen. Das trifft den ganzen Verein, auch die Jugendmannschaften.
"Wir haben eine super motivierte und momentan auf einer großen Erfolgswelle schwimmende Jungendorganisation in der U16, in der U13. Und auch unsere Jüngsten in der U10 und im Junior Flag sind mit Feuereifer dabei, geben wirklich alles und wollen wirklich weiter Football spielen."
Damit das klappt, sucht der Verein jetzt dringend Spenden. 40.000 Euro werden insgesamt gebraucht. Circa 15.000 Euro wurden vor Kurzem an das Finanzamt überwiesen, eine nicht aufschiebbare Zahlung. Dieses Geld sei noch aus eigenen Mitteln und schon ersten Spenden zusammengekommen. Trotzdem bleiben noch Schulden in Höhe von circa 25.000 Euro bei der Stadt. Für Anfang Juli ist auch ein Gespräch mit dem Oberbürgermeister geplant.