
So reagiert Essen auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt
In Essen gibt es viele unterschiedliche Reaktionen auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Dort ist die AfD stärkste Kraft geworden. Die Partei kann aber nicht allein regieren, weil es für eine Mehrheit nicht reicht.
Veröffentlicht:
Wie reagieren in Essen die Menschen auf den Ausgang der Wahlen in Sachsen-Anhalt?
In Essen reagieren viele Menschen auf der Gemarkenstraße in Holsterhausen nicht überrascht auf den Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Bei vielen hört unsere Radio Essen-Stadtreporterin Sorge und Angst. Angst davor, was passiert, wenn die AfD die Macht übernimmt. Bei einigen werden Erinnerungen an die Zeiten der NS-Diktatur zwischen 1933 und 1945 wach. Andere dagegen machen sich vor allem Sorgen um die Entwicklung in Deutschland. Die Regierung aus CDU und SPD müsse anders handeln, fordern viele, und sich anders mit der AfD auseinandersetzen. Außerdem hoffen viele darauf, dass es ihnen und ihren Kindern und Enkeln wirtschaftlich wieder besser geht. Die Regierung erfüllt im Moment nicht ihre Erwartungen. Manche denken, dass die AfD dagegen das richtige Konzept habe. Andere bezweifeln das bei unserer Umfrage.
Viele Menschen gehen in Essen auf die Straße
Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt hat in Essen zu einem unerwartet großen Protestzug geführt. Rund 1.200 Menschen demonstrierten am Montagabend (07. September) in der Innenstadt für Solidarität - mehr als doppelt so viele, wie bei der Polizei angemeldet waren. Der Demo-Zug führte vom Hirschlandplatz zur Schützenbahn und wieder zurück zum Hirschlandplatz. Hintergrund ist die Sorge des Bündnisses „Essen stellt sich quer“, dass das Wahlergebnis zu mehr Ausgrenzung von Geflüchteten, queeren Menschen oder Geringverdienern führe. Laut Polizei Essen ist die Demo friedlich verlaufen.
Wie reagiert die CDU in Essen auf das Wahlergebnis?
Für die CDU in Essen ist das Wahlergebnis ein Weckruf. Matthias Hauer, der Vorsitzende der CDU in Essen und Abgeordneter im Bundestag, will deshalb, dass die Partei die Probleme der Menschen erkennt und löst. Die Bundesregierung müsse die angedachten Reformen umsetzen und die Ergebnisse müssten schneller bei den Menschen ankommen, sagt er weiter. Bei der Landtagswahl im kommenden Jahr in NRW setzt er weiter auf Ministerpräsident Wüst und lobt die Arbeit der Landesregierung. Ein Ergebnis wie in Sachsen-Anhalt erwartet Matthias Hauer im Interview mit Radio Essen-Moderator Christian Bannier nicht.
Welche Reaktion gibt es in Essen von der SPD?
Frank Müller sitzt für die SPD Essen im Landtag und ist auch der Chef der Essener SPD. Er hat die Wahlergebnisse im Auto gehört und macht sich Sorgen um die Kolleginnen und Kollegen in Sachsen-Anhalt. Dort sei der Ton deutlich rauer als hier in NRW, erzählt er. Er selbst kommt aus Sachsen und verfolgt die politischen Entwicklungen in den östlichen Bundesländern deswegen auch aus persönlichen Gründen. Die Partei müsse weiter kämpfen und werde nicht mit der AfD zusammen arbeiten. Das schließt er kategorisch aus im Interview mit Radio Essen-Moderatorin Nadine Müller.
Was sagt in Essen die AfD zum Wahlausgang?
Für die AfD in Essen ist der Sieg der Partei ein klares Zeichen, sagt Andreas Lojewski von der AfD. Er sitzt in Essen im Rat der Stadt. Er ist gespannt, wie es in Sachsen-Anhalt bei der Regierungsbildung weitergehen wird. Seine Partei wolle mit dem BSW reden, was danach passiert, sei aber offen. Die Partei merke, dass sie immer mehr Menschen auch in Essen erreiche, sagt er weiter. Aber ein so starkes Ergebnis wie in Sachsen-Anhalt kann er sich bei der nächsten Landtagswahl in NRW nicht vorstellen, erklärt er im Gespräch mit Radio Essen-Moderator Christian Bannier.







