
Essen will Olympia in NRW
Am Sonntag (19. April) um 16 Uhr mussten alle Wahlunterlagen beim Wahlamt eingegangen sein. Ab 18 Uhr ist dann die Auszählung in der Grugahalle in Rüttenscheid gestartet. Es geht um die Frage: Wollen die Essenerinnen und Essener, dass ihre Stadt Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Spiele wird?
Die Auszählungen zeigen: JA! Die Essenerinnen und Essener haben zu 64,26% (91.729 Stimmen) mit "Ja" gestimmt. 35,74% (51.017 Stimmen) der Essenerinnen und Essener haben "Nein" gesagt. Wählen ging nur per Briefwahl. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung in Essen bei mehr als 33,4%, das sind 142.746 von 426.328 Abstimmungsberechtigten. 579 Stimmen waren ungültig. Damit könnte Essen als Austragungsort für Boxwettkämpfe bei einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung dabei sein. Bei einer kleinen Wahlparty in Bergeborbeck verfolgten Politikerinnen und Politiker die Auszählungen im Stadion an der Hafenstraße. Auch Oberbürgermeister Thomas Kufen war dabei.
Wie haben neben Essen die anderen Städte abgestimmt?
Nicht nur in Essen durfte die Bürgerinnen und Bürger Ihr Kreuz für oder gegen Olympia setzen. Auch in anderen Städten wie unter anderem Oberhausen, Mönchengladbach, Köln oder Wuppertal gab es einen Ratsbürgerentscheid.
Die Auszählungen zeigen: Eine deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen ist für Olympia. Duisburg oder Mönchengladbach haben mit einer deutlichen Mehrheit für "Ja" gestimmt. Auch in Herten war das der Fall. Dort haben sich allerdings zu wenig Wahlberechtigte an der Abstimmung beteiligt. Dadurch ist Herten aus der Olympia-Bewerbung als Austragungsort für Mountainbike-Rennen raus.
Insgesamt haben in allen 17 Kommunen, die beim Ratsbürgerentscheid haben abstimmen lassen, 1,4 Millionen Menschen Ihr Kreuz gesetzt. Das ist laut NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst eine starke Beteiligung. In Köln haben sogar mehr als 40% der Wahlbeteiligten abgestimmt.
Was bedeutet das "Ja" in Essen für die Bewerbung?
Konkret geht es um eine Bewerbung der Rhein Ruhr-Region für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Besonders wichtig sind dabei die Ergebnisse aus den sogenannten "Leading Citys" Köln und Düsseldorf. Wenn einzelne andere Städte die Bewerbung per Bürgerentscheid ablehnen, dann würde das zwar die Bewerbung schwächen, es gäbe aber Ausweichstädte.
Klar ist aber auch: Auch wenn beim Ratsbürgerentscheid in allen Städten für Olympia gestimmt wurde, ist nicht klar, ob die Bewerbung aus NRW unterstützt wird. Denn auch andere Städte wie Berlin, Hamburg oder München wollen sich als Austragungsort bewerben. Die Abstimmung in den 17 Kommunen wertet NRW allerdings als starkes Zeichen. Ende September will der Deutsche Olympische Sportbund dann in einer Mitgliederversammlung entscheiden, welches der vier Konzepte sich für Deutschland für die Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben darf.
Wie reagiert Essen auf die Entscheidung?
Die Meinungen zur Olympiabewerbung bleiben weiterhin gemischt. Einige Kommentare von den Social Media der Redaktion lassen darauf schließen, dass sich nicht alle über das JA freuen. So heißt es in einem Kommentar zum Beispiel:
"Ich kenne nicht einen, der zugestimmt hat."
Andere machen sich darüber lustig, dass die Sportlerinnen und Sportler dann wohl auf der A40 im Stau hängen bleiben und somit zu spät zu ihren Wettkämpfen kommen. Es gibt aber auch Kommentare, die das JA unterstützen und gut finden.
Die Wirtschaft in Essen reagiert hingegen bisher zum Großteil positiv. So empfindet der Essener Unternehmerverband das JA als "starkes Signal für die Stadt und die gesamte Rhein-Ruhr-Region.
"Die Menschen sind bereit, eine große Zukunftsvision mitzutragen und aktiv mitzugestalten."
Für den Unternehmerverband seien die Spiele eine große Chance, die internationale Sichtbarkeit der Region zu erhöhen und somit Vorteile für die Wirtschaft in Essen zu schaffen.
So sehen das auch die IHKs im Ruhrgebiet. Ein weltweiter Imagegewinn könne sich auch mit positiven Effekten auf den Tourismus auswirken, heißt es in einer Mitteilung am Montagmittag.
