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Essen ist vergleichsweise sicher - Polizei hat aber ein großes "Sorgenkind"
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Essen ist vergleichsweise sicher - Polizei hat aber ein großes "Sorgenkind"

Es ist für viele überraschend, aber: Essen ist die sicherste Großstadt in NRW. Das zeigt die aktuelle Kriminalstatistik der Polizei. Trotzdem gibt es ein "Sorgenkind".


Veröffentlicht: Montag, 02.03.2026 14:31

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Kriminalität ist Essen - die aktuellen Zahlen der Polizei

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Die gute Nachricht vorab: In Essen gibt es weniger Straftaten als im Vorjahr. Das berichtet die Polizei in der aktuellen Kriminalitätsstatistik. Im Jahr 2025 waren es 51.880 Straftaten, das sind 4.557 Fälle weniger als im Vorjahr. Davon konnten nur etwa die Hälfte aller Taten aufgeklärt werden. Vor einigen Jahren war die Aufklärungsquote noch deutlich höher, erklärt Bernd Röser, Leiter der Direktion Kriminalität. Laut ihm hängt die Aufklärungsquote stark davon ab, welche Arten von Straftaten begangen werden. Ein Beispiel ist das Schwarzfahren. Früher kam es häufiger vor, heute fahren deutlich weniger Menschen ohne Ticket. Da beispielsweise diese Fälle gesunken sind, schneidet auch die Aufklärungsquote schlechter ab.

Das bedeutet laut Röser jedoch nicht, dass die Polizei insgesamt weniger erfolgreich arbeitet. Obwohl es weniger Kriminalität gibt, ist das Sicherheitsgefühl vieler Menschen schlechter, als es die Statistik vermuten lässt. Auch das ist der Polizei bewusst.

"Wir hoffen aber, dass die Zahlen und unsere Präsenz irgendwann auch übergehen auf das Sicherheitsgefühl", sagt Polizeipräsident Andreas Stüve.
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Gewalt entsteht in Essen meistens aus persönlichen Konflikten

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Warum sich viele Menschen trotzdem unsicher fühlen, lässt sich nur schwer erklären. Es liegt aber laut Bernd Röser auch an den Sozialen Medien.

"Die objektiven Zahlen geben ein Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung grundsätzlich nicht her. Nichtsdestotrotz nimmt die Bevölkerung anders als vor 10 oder 20 Jahren Kriminalität ganz anders wahr. Wo man früher einen kurzen Zeitungsartikel gelesen hat, sieht man heute in Sozialen Medien Gewaltvideos der ganzen Welt. Das kann natürlich den Eindruck vermitteln, dass wir immer mehr Gewaltkriminalität haben, immer mehr Messertaten haben, immer mehr Tötungsdelikte und so weiter."

In Essen stimmt dieser Eindruck statistisch gesehen zumindest nicht. Außerdem ist es laut der Polizei auch sehr unwahrscheinlich, dass man als unbeteiligte Person Opfer einer Straftat wird. Ein Beispiel sind die Fälle von Mord und Totschlag in der Region Essen und Mülheim: 2025 wurden dort 39 Fälle registriert, 25 davon in Essen. 36 dieser 39 Taten konnten aufgeklärt werden. In 35 Fällen kannten sich Täter und Opfer bereits vorher – es handelte sich also fast immer um sogenannte Beziehungstaten. Das heißt: Die Gewalt entsteht meist aus persönlichen Konflikten heraus und trifft nur selten völlig Unbeteiligte im öffentlichen Raum.

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Weniger Messerangriffe in Essen

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Auch bei der sogenannten Messerkriminalität gab es einen Rückgang. In 346 Fällen wurde ein Messer eingesetzt – rund zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt wurden dabei 384 Opfer registriert, der große Teil blieb dabei aber unverletzt. Oft geht es dabei um Straßenkriminalität.

Auch wenn weniger Messer-Taten gezählt wurden, will die Polizei weiter gegen Messer in den Taschen der Essener vorgehen. Geplant sind unter anderem Präventionsangebote an Schulen, um junge Menschen über die Risiken aufzuklären. Denn auch wenn Messer nur bei einem kleinen Teil aller Straftaten eine Rolle spielen, können die Folgen im Einzelfall gravierend sein.

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Kriminalität Polizei
Louisa Beer
Radio Essen-Interview mit Bernd Röser, Polizei Essen
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Polizei Essen zählt besonders viele Wohnungseinbrüche

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Trotz insgesamt sinkender Kriminalitätszahlen gibt es für die Polizei Essen auch ein echtes „Sorgenkind“: Es gibt deutlich mehr Wohnungseinbrüche in der Stadt. Insgesamt waren es im letzten Jahr 1.736, das sind 163 Fälle mehr als im Vorjahr. Damit liegen die Zahlen wieder auf einem ähnlich hohen Niveau wie zuletzt 2017.

Besonders schwierig: Die Aufklärungsquote ist hier sehr niedrig. Nicht einmal jeder zehnte Fall wird aufgeklärt. Die Polizei will deshalb auch hier weiter auf Prävention setzen. Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Wohnungen besser sichern und aufmerksam sein – auch im Sinne einer wachsamen Nachbarschaft. Zusätzlich wird in diesem Jahr eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet, die sich gezielt um „Wohnungseinbruchdiebstahl“ kümmern soll. Dass dieses Konzept funktionieren kann, zeigt ein anderes Beispiel: die Fahrraddiebstähle. Auch hier hatte die Polizei 2023 eine spezielle Ermittlungsgruppe gebildet – mit Erfolg. Seitdem sind die Fallzahlen um mehr als die Hälfte zurückgegangen.

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