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Blick vom Kirchturm Sankt Laurentius in Essen-Steele auf viele Häuser und grüne Bäume.
© Radio Essen/Anne Schweizer
Blick vom Kirchturm Sankt Laurentius in Steele
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Essen braucht mehr bezahlbare Wohnungen - Auch Azubis leiden

In Essen wird bis 2035 vor allem eins gebraucht: Bezahlbare Wohnungen. Wo der Bedarf besonders hoch ist und wie sich die aktuelle Lage auf Azubis auswirkt, lest Ihr hier.

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Wie ist die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt in Essen?

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In Essen fehlen schon jetzt Wohnungen im unteren und mittleren Preissegment. Die Mieten und Kaufpreise steigen weiter. Gleichzeitig gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Das verschärft den Konkurrenzdruck auf dem Wohnungsmarkt, vor allem für Menschen mit weniger Geld. Die "Wohnungsnachfrageanalyse Essen 2035" macht deutlich: Gebraucht werden vor allem bezahlbare Wohnungen für Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen, kleine Wohnungen für Einpersonenhaushalte, familiengerechter Wohnraum zu moderaten Mieten und barrierefreie Wohnungen für ältere Menschen. Der Bedarf entsteht nicht nur durch mehr Einwohnerinnen und Einwohner, sondern auch durch kleinere Haushalte und veränderte Ansprüche, etwa Homeoffice.

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"Wohnungsnachfrageanalyse Essen 2025" - Das Vorgehen:

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Die Stadt Essen hat untersuchen lassen, wie sich die Nachfrage nach Wohnraum in den kommenden Jahren entwickelt. Die Wohnungsnachfrageanalyse Essen 2035 soll als Grundlage für die künftige Wohnungspolitik dienen. Für die Studie wurden Anfang 2024 Essener Haushalte zu ihrer aktuellen Wohnsituation und ihren Wünschen befragt. Außerdem flossen Bevölkerungsprognosen bis 2035 in die Analyse ein. Die Ergebnisse zeigen: Die Zahl der Menschen und Haushalte in Essen wird bis 2035 voraussichtlich stabil bleiben oder leicht wachsen.

Die Stadt Essen unternimmt bereits einiges, um mehr Wohnraum zu schaffen. Aber es soll noch mehr getan werden. Der Ergebnisbericht enthält Handlungsempfehlungen für drei Bereiche: Wohnungsneubau und Flächenentwicklung, Quartiere und Wohnungsbestand sowie bezahlbares Wohnen. Die komplette Wohnungsnachfrageanalyse Essen 2035 findet Ihr online bei der Stadt Essen.

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Mangel an bezahlbaren Wohnungen ist auch eine Herausforderung für Azubis

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In Essen und der MEO-Region wird der Mangel an bezahlbarem Wohnraum zunehmend zum Problem für den Ausbildungsmarkt. Das sagt die Industrie- und Handelskammer zu Essen.

„Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist eine zentrale Herausforderung im Ausbildungsmarkt und führt vor allem zu regionalen Passungsproblemen. Hier brauchen wir dringend bessere Rahmenbedingungen", so der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Benedict Kerbstadt

Als Lösung nennt Kerbstadt unter anderem Azubi-Wohnheime. Diese müssten bezahlbar sein, nah am Arbeitsort liegen und eine gute ÖPNV-Anbindung haben. Im Idealfall böten sie auch Gemeinschaft und Unterstützungsangebote.

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Jeder zweite Azubi in Essen pendelt zum Arbeitsort

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Laut aktuellen Zahlen des statistischen Landesamtes IT.NRW haben im Jahr 2025 rund 266.730 Menschen in Nordrhein-Westfalen eine Ausbildung gemacht. Etwa 49 Prozent absolvierten ihre Ausbildung in der Stadt oder im Kreis, wo sie gewohnt haben, als sie den Vertrag unterschrieben haben. Rund 51 Prozent der Azubis pendelten zum Arbeitsort. Für die MEO-Region, zu der auch Essen gehört, zeigen sich ähnliche Zahlen. Ein Grund für die vielen pendelnden Azubis sei der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Die IHK zu Essen will mit kurz- und langfristigen Maßnahmen gegensteuern.

„Denn für eine wirtschaftliche Belebung und nachhaltiges, langfristiges Wachstum brauchen unsere Betriebe passend qualifizierte Fachkräfte. Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende ist dabei ein relevanter Faktor", sagt Kerbstadt.

Wenn Ausbildungssuchende bezahlbaren Wohnraum fänden, könnten sie einfacher außerhalb ihres Heimatortes nach Ausbildungsstellen suchen. Der Wohnungsmangel in Essen und anderen Großstädten mache das aber schwierig.

Eine Umfrage der IHK aus dem Sommer 2026 unterstreicht die oben genannten Erkenntnisse nochmal. Fast die Hälfte aller Befragten wünscht sich bessere Informationen und vereinfachteren Zugang zu finanziellen Hilfen für Auszubildende (z. B. Berufsausbildungsbeihilfe, Kindergeld, Wohngeld). Knapp ein Drittel plädiert für eine Erhöhung von finanziellen Hilfen für Auszubildende und 36 Prozent befürworten Programme zur Vermittlung von Wohnraum für Auszubildende. Die Ausbildungsumfrage lief vom 11. – 29. Mai 2026. Über 120 Unternehmen aus Mülheim a.d.R., Essen und Oberhausen haben sich daran beteiligt.

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