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Emscher in Essen erholt sich
© Ilias Abawi/EGLV
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Emscher in Essen erholt sich

Der Fluss war jahrelang ein Abwasserkanal für das Ruhrgebiet. Jetzt kommen langsam Fische und Pflanzen zurück.

Veröffentlicht: Dienstag, 06.01.2026 14:36

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Abwasserkanal in Essen hat lange Geschichte

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Lange Zeit hatte die Emscher unter Essenerinnen und Essenern andere Namen: „Köttelbecke“ oder „schwarze Emscher“ wurde sie genannt. Die Emscher wurde während der Industrialisierung nämlich zum offenen Abwasserkanal des Ruhrgebiets und transportierte Abwasser von Dortmund über Gelsenkirchen und Essen bis hin nach Dinslaken. In Essen verläuft der Fluss durch Karnap. Das hatte schlimme Folgen für das Ökosystem im und um den Fluss. Der Lebensraum für Tiere und Organismen im Wasser und am Ufer des Flusses wurde durch das Abwasser verschmutzt und unbewohnbar gemacht. 170 Jahre lang.

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Fluss in Essen bietet neuen Lebensraum

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Seit Anfang 2022 ist die Emscher schon komplett abwasserfrei. Seitdem wird das Abwasser komplett unterirdisch in gesonderten Abwasserkanälen zu modernen Kläranlagen transportiert. Vier Jahre später sieht man die ersten positiven Entwicklungen. Ein Monitoring der Emschergenossenschaft zeigt, dass sich die Emscher und die Umgebung langsam erholt. Zwar entspricht der chemische Zustand des Flusses noch lange nicht den Wasserrichtlinien der EU, die Konzentration von Schadstoffen wie Ammonium oder Phosphat ist aber deutlich gesunken. Außerdem ist der Sauerstoffgehalt in der Emscher gestiegen. Auch die Natur kehrt langsam ins Wasser und ans Ufer der Emscher zurück. Insgesamt 336 Arten von Algen und Fischen fühlen sich in der Emscher wieder zuhause. Bis die Emscher vollständig revitalisiert ist, dauert es zwar noch, die Emschergenossenschaft hofft allerdings, das Ziel bis 2027 zu erreichen.

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Trockenheit in Essen

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Die Messstationen entlang der Emscher werden aber nicht nur genutzt, um den Zustand des Flusses zu kontrollieren. Die Emschergenossenschaft kann auch feststellen, wie viel es im Jahr geregnet hat. 2025 hat es zu wenig geregnet. Das Jahr war in der Region rund um die Emscher zu trocken. 2025 ist auf Platz 7 der trockensten Jahre seit 1931, sagen die Emschergenossenschaft und der Lippeverband. Allein im Dezember fielen nur 39,8 Liter Regen pro Quadratmeter. Ab dem 10. Dezember blieb es an den Messstationen nahezu komplett trocken. Im Durchschnitt regnet es im Dezember eigentlich 73 Liter pro Quadratmeter. Deswegen ist der Dezember 2025 auf Platz 14 der trockensten Monate seit 1931.

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