
Drogendeals in Essen - Urteile gefällt
Bei einer großen Drogenrazzia in Essen haben Spezialeinsatzkräfte der Polizei das Tor einer Lagerhalle in Frillendorf mit einem gepanzerten Fahrzeug geöffnet. Jetzt sind die Urteile gegen die Dealer am Essener Landgericht gefallen.
Veröffentlicht: Freitag, 20.02.2026 16:05
Polizei Essen hatte mutmaßliche Drogendealer im Visier
Im April letzten Jahres hat die Polizei in Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Duisburg mehrere Gebäude durchsucht. Insgesamt fünf Menschen wurden bei der Razzia festgenommen. Zwei davon waren nach Radio Essen-Informationen in der Lagerhalle in Frillendorf. Die Spezialkräfte waren auch in der Innenstadt unterwegs und haben im Limbecker Platz einen Verdächtigen festgenommen. Die Polizei hatte bei den Durchsuchungen 200 Kilo Cannabis und Haschisch, über 30.000 Euro Bargeld, eine scharfe Schusswaffe und weitere Beweismittel gefunden. NRW Innenminister Herbert Reul lobte damals den Einsatz. Damit sei der Polizei "ein kräftiger Schlag gegen die Clankriminalität gelungen", hieß es in einer Presseerklärung.
Freiheitsstrafen in Essen von bis zu zwölfeinhalb Jahren verhängt
Insgesamt fünf Personen mussten sich deswegen jetzt in Essen vor dem Landgericht verantworten. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen, ein anderer wurde schon bei einem anderen Prozess zu über zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Mann aus Essen muss für zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Zwei weitere Männer für rund fünf Jahre. Schuldig gesprochen wurden sie unter anderem wegen Drogenhandels und Drogenbesitz.
Die Mitglieder der Bande sollen mehrmals im Monat Drogen wie Cannabis aus dem Ausland - etwa Costa Roca, den Niederlanden und Spanien - nach Deutschland geschmuggelt haben. Der Marktwert der Drogen lag pro Monat bei mehreren Millionen Euro, sagen die Ermittler der Polizei. Demnach hat die Bande mit Scheinfirmen gearbeitet, um ihr Geschäft zu verschleiern. So war die Lagerhalle in Frillendorf als Gemüsehandel getarnt.