
Zoll Essen koordiniert Razzien
Das Zollfahndungsamt Essen und weitere Behörden sind am Dienstag (29. September) gegen eine Betrüger-Bande vorgegangen. In insgesamt 19 Ländern, darunter Deutschland, Belgien, Estland, Italien, Rumänien und der Schweiz gab es über 160 Durchsuchungen. Hintergrund des Großeinsatzes ist der Verdacht, dass eine organisierte Gruppe gebrauchte Handys aus alten Bauteilen in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammengebaut, sie als neue Handys aufbereitet und verpackt und sie schließlich über die Niederlande nach Deutschland gebracht haben soll.
Dort habe die Gruppe mutmaßlich über 1 Millionen Geräte in ganz Europa als "neu" verkauft - obwohl sie es gar nicht waren. Dabei soll für Verbraucher ein Schaden von 300 Millionen Euro entstanden sein. Hinzu kommt Mehrwertsteuerbetrug und Einfuhrschmuggel. Das haben Ermittlungen unter dem Codenamen "Troja" gezeigt.
Zollfahndungsamt Essen im Einsatz
Deshalb waren unter der Leitung vom Zollfahndungsamt Essen und der Europäischen Staatsanwaltschaft rund 1.700 Ermittler in 19 Ländern im Einsatz. Es wurden Wohnungen, Firmenräume, Lager usw. durchsucht und digitale sowie andere Beweismittel beschlagnahmt. Sieben Personen wurden bereits am Samstag (26. September) festgenommen. Das Zollfahndungsamt Essen koordiniert die Maßnahmen gemeinsam mit der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO), dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen (LBF NRW) und der Polizei Düsseldorf.